»Ehe. Die Lizenz zum Vögeln.«

»Wenn du so denkst«, sagte Lander, »dann hast du noch einen weiten Weg vor dir, bis du erwachsen bist.«

»Ich stimme deinen Eltern zu«, meldete sich Ben zu Wort.

»Herzlichen Dank.«

»Nicht wegen dem Erwachsenwerden. Du weißt schon, was ich meine.«

Cordelia seufzte. »Was soll das werden? Verschwören sich heute Abend alle gegen mich?«

»Ich besorge uns die Zimmer«, sagte Lander. Er war froh, das Auto und die Diskussion zu verlassen.

Glocken bimmelten, als er das Büro betrat. Er wartete einige Sekunden an der verwaisten Theke. Dann öffnete sich etwas abseits eine Tür. Ein Mann kam aus dem trüb erhell­ten Zimmer dahinter. Die Tür schwang hinter ihm zu, jedoch

nicht ganz. Es blieb ein Spalt von etwa 10 Zentimetern. Ein Gesicht tauchte dahinter auf und starrte mit einem Auge zu Lander heraus.

»Zimmer?«, fragte der Mann, der recht nett wirkte. Er war mollig und kahl, besaß ein engelsgleiches Lächeln und hätte sich hervorragend für eine Parodie in einer Comedy-TV- Serie geeignet.

»Äh, ja«, antwortete Lander. »Zwei Zimmer.«

Das Auge hinter der Tür beobachtete ihn. Nur ein schma­ler Schlitz davon zeigte sich durch das fleischige Lid.

»Wir sind zu viert. Haben Sie Zimmer mit Verbindungstür?«

»Tut mir leid, nein. Aber wir können sie alle in einem Zimmer unterbringen, wenn Sie wollen. Wir haben eines für drei Personen und könnten ein Zusatzbett reinstellen.«

»Nein, schon gut. Haben Sie zwei Zimmer frei?«

»Sicher.« Der Mann lächelte. »Würden Sie bitte das Anmeldeformular ausfüllen?«

Als Lander die erforderlichen Angaben eintrug, zitterte seine Hand leicht. Die Person an der Tür... Zweimal schaute er auf. Das Gesicht befand sich noch immer hinter dem Spalt. Es war ein altes Gesicht. Ob es einem Mann oder einer Frau gehörte, ließ sich nicht abschätzen. Das Auge blinzelte. Flüssigkeit tropfte aus den Winkeln.



16 из 159