Der Junge kletterte auf die Ladefläche, während der Mann zur Kabine ging. Als er einstieg, schoben die anderen Neala und Sherri auf das Heck des Fahrzeugs zu.

»Das ist Entführung«, beschwerte sich Sherri in warnen­dem Tonfall.

»Das ist das geringste deiner Probleme, Schwester.«

Die beiden jungen Frauen wurden auf die Metallladefläche gehievt. Ein Mann auf dem Boden schwang die Heckklappe zu, die mit einem Knall einrastete. Er verriegelte sie, klet­terte an Bord und setzte sich vor Nealas Füßen hin.

Der Pritschenwagen setzte sich in Bewegung und rum­pelte über den zerfurchten Parkplatz. Nealas Kopf schlug gegen den Boden. Sie hob ihn.

»Bleib unten«, befahl der Mann neben ihr.

Nach einer Kurve und einem heftigen Ruck wurde die Fahrt ruhiger.

Wir sind auf der Hauptstraße, erkannte Neala. Unterwegs nach Westen. Zurück in die Richtung, aus der wir gekommen sind.

»Wohin bringt ihr uns?«, verlangte Sherri erneut zu er­fahren.

»Ist nicht weit«, erwiderte der Mann neben ihr.

»Ihr werdet uns umbringen, oder?«

Bei der Frage krampfte sich Nealas Magen zusammen. Warum konnte Sherri nicht einfach die Klappe halten!

»Nicht wir«, antwortete der Mann.

»Ich will sie unter die Lupe nehmen«, verkündete der Junge.

»Nur zu.«

»Um Himmels willen, Shaw«, sagte der Mann neben Neala.

»Ach, lass den Jungen doch«, entgegnete derjenige zu ihren Füßen. »Ist doch nichts dabei.«

»Es ist nicht richtig.«

»Und was, zum Henker, ist richtig?«

»Er wird bald zwölf«, erklärte Shaw - der Vater des Jungen? »Er muss Erfahrungen sammeln.«

»Jedes Mal, wenn wir eine hübsche Junge haben, stürzt sich Timmy auf sie. Das ist widerlich.«

»Wirst du langsam schrullig, Robbins?«

»Ich finde einfach nicht, dass es richtig ist. Du etwa? Wir müssen uns schließlich nicht in Barbaren verwandeln, Herr­gott noch mal. Eh wir uns versehen, sind wir diejenigen, die vergewaltigen und ...«



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