
Demiris saß jetzt in seiner reich getäfelten Bibliothek entspannt in einem tiefen Armsessel. Er rauchte eine der flachen, eigens für ihn gemischten ägyptischen Zigaretten und sann über den Prozess nach, der morgen früh beginnen sollte. Seit Monaten hatte die Presse versucht, an ihn heranzukommen, aber er war einfach nicht zu erreichen. Es genügte schon, dass seine Geliebte wegen Mordes vor Gericht stehen würde, genügte, dass sein Name in den Fall hineingezogen würde, selbst indirekt. Er lehnte es ab, den Furor noch zu verschlimmern, indem er Interviews gab. Er fragte sich, wie Noelle sich jetzt fühlte, in diesem Augenblick, in ihrer Zelle im Gefängnis in der Nikodemusstraße. Schlief sie? War sie wach? In Panik über die ihr bevorstehende schwere Prüfung? Er dachte an sein letztes Gespräch mit Napoleon Chotas. Er vertraute Chotas und wusste, dass der Anwalt ihn nicht im Stich lassen würde. Demiris hatte dem Anwalt eingeprägt, dass es keine Rolle spielte, ob Noelle unschuldig oder schuldig war. Chotas sollte dafür sorgen, dass er jeden Penny des horrenden Honorars verdiente, das Constantin Demiris ihm für die Verteidigung bezahlte. Nein, er hatte keinen Grund zur Sorge. Der Prozess würde gut verlaufen. Weil Constantin Demiris ein Mann war, der nie etwas vergaß, erinnerte er sich, dass Catherine Douglas' Lieblingsblumen Triantafylias, die schönen Rosen Griechenlands, waren. Er langte nach einem Notizblock auf seinem Schreibtisch und schrieb etwas auf. Triantafylias. Catherine Douglas. Es war das wenigste, was er für sie tun konnte.
