
»Wollen wir ein Stück bummeln?« fragte Anders und warf sich auf Kalles Bett.
Kalle nickte zustimmend. Natürlich wollte er mit. Er mußte ja unter allen Umständen noch einmal vor dem Abend durch die Straßen patrouillieren, falls etwas Verdächtiges aufgetaucht sein sollte. Natürlich gab es Polizisten, aber so viel hatte man ja gelesen, daß man wußte, was man von ihnen zu halten hatte. Sie erkannten keinen Mörder wieder, selbst wenn sie über ihn stolperten.
Kalle legte das Vergrößerungsglas in seine Schreibtischschublade. Dann stürmten sie beide die Treppe hinunter, so daß das Haus in seinen Grundfesten erzitterte.
»Kalle, vergiß nicht, daß du heute abend das Erdbeerbeet gießen sollst!«
Das war die Mutter, die ihren Kopf durch das Küchenfenster steckte. Kalle winkte beruhigend mit der Hand. Klar, er würde die Erdbeeren gießen. Später.
Später, nachdem er sich davon überzeugt hatte, daß keine dunklen Gestalten, die Böses im Sinn hatten, im Weichbild der Stadt umherschlichen. Nicht daß – leider – viel Aussicht dafür gewesen wäre, aber man muß immer auf dem Posten sein. Das hatte man im »Fall Buxton« erlebt, wie es kommen kann. Da ging man friedlich in der Gegend umher, und – wups – kommt ein Schuß in der Nacht, und ehe man mit den Augen zwinkerte, waren vier Morde geschehen. Damit rechneten die Halunken, daß niemand in so einer kleinen Stadt an einem so schönen Sommertag einen Verdacht schöpfen würde. Aber da kannten sie Kalle Blomquist nicht!
Im Erdgeschoß lag das Geschäft. »Viktor Blomquists Lebensmittelgeschäft« stand auf dem Schild.
»Bitte deinen Alten um Bonbons«, schlug Anders vor.
Kalle hatte selbst schon die gleiche gute Idee gehabt. Er steckte den Kopf durch die Tür. Hinter dem Ladentisch stand
»Viktor Blomquists Lebensmittelgeschäft« in höchsteigener Person – das war der Vater.
»Vater, ich nehm’ ein paar von den gestreiften!«
