
»Nimm mal an, daß er es nicht hat«, sagte Anders ungeduldig, denn er wollte Friedrich mit dem Fuß zuhören. »Nimm mal an, daß du eines schönen Tages überschnappst mit all deinen Detektivideen.«
Eva-Lotte lachte. Und Kalle schwieg. Er war daran gewöhnt, nicht verstanden zu werden.
Schließlich kam die Polizei, auf die man schon gewartet hatte, um Friedrich mit dem Fuß zu holen. Es war üblich geworden, daß er die Samstagnächte im Polizeigefängnis zubrachte.
»Was is das für ’ne Zeit, jetzt schon zu kommen!« sagte Friedrich vorwurfsvoll, als Schutzmann Björk ihn freundlich unter den Arm nahm. »Haltet ihr keine Ordnung hier in der Stadt mit euren Strolchen?«
Schutzmann Björk lachte und zeigte seine schönen weißen Zähne.
»Na, komm, jetzt wollen wir gehen«, sagte er.
Die Zuhörerschar verlief sich. Kalle und Anders und Eva-Lotte gingen mit zögernden Schritten davon. Sie hätten gern etwas mehr von Friedrichs Geschichten gehört.
»Wie schön die Kastanien sind«, sagte Eva-Lotte und betrachtete die lange Reihe der Kastanienbäume, die die Hauptstraße umsäumten.
»Ja, sie sind fein, wenn sie blühen«, sagte Anders. »Sie sehen aus wie Kerzen.«
Alles war ruhig und still. Man konnte beinahe fühlen, daß es Sonntag werden wollte. Hier und da in den Gärten sah man Leute sitzen und ihr Abendbrot essen. Sie hatten schon ihren Arbeitsstaub abgewaschen und sich sonntäglich gekleidet. Sie plauderten und lachten und sahen aus, als ob sie sich in ihren kleinen Gärtchen, wo die Obstbäume gerade in voller Blüte standen, sehr behaglich fühlten.
Anders und Kalle und Eva-Lotte warfen lange Blicke über jeden Gartenzaun, an dem sie vorbeigingen. Es konnte ja sein, daß irgendeine freundliche Seele sie zu einem Butterbrot oder zu etwas anderem Guten einladen wollte. Aber es sah nicht so aus.
»Wir müssen mal überlegen, was wir machen können«, sagte Eva-Lotte.
