Dann sagte Charles:»Ich hoffe, Sie haben morgen abend noch nichts vor?«

In Philadelphia gabes viel zu sehen, und man konnte eine Menge unternehmen. An den Samstagabenden gingen Tracy und Charles ins Theater oder ins Konzert, und unter der Wochebummelten sie durch New Market oderbesuchten das Philadelphia Museum of Art und das Rodin‑Museum.

Da Charles sich nichts aus Sport machte, Tracy dagegen Spaß an körperlicherBewegung hatte, joggte sie jeden Samstagmorgen allein durch die Anlagen am Schuylkill River, und Samstag nachmittagsbesuchte sie einen Tai Chi Chuan‑Kurs. Das Training dauerte eine Stunde, und danach traf sie sich, erschöpft, aberbester Laune, mit Charles in seiner Wohnung. Er war ein Feinschmecker, kochte vorzüglich undbereitete gern für Tracy und sich Gerichte fremder Länder zu.

Charles war der förmlichste Mensch, den Tracy kannte. Sie war einmal zu einer Verabredung mit ihm eine Viertelstunde zu spät gekommen, und er ärgerte sich so darüber, daß es ihr den ganzen Abend verdarb. Danach hatte sie sich geschworen, nie wieder unpünktlich zu sein.

Tracy hatte nicht viel sexuelle Erfahrung, aber sie hatte den

Eindruck, daß Charles imBett genauso war wie im sonstigen Leben: gewissenhaft und überaus korrekt. Einmal hatte Tracybeschlossen, frech und unkonventionell zu sein. Sie hatte Charles damit so schockiert, daß sie sich fragte, obsie vielleicht einbißchen pervers sei.

Die Schwangerschaft kam völlig unerwartet. Und als es passierte, war Tracy entsetzlich unsicher. Charles hatte nie über eine mögliche Ehe geredet, und sie wollte nicht, daß er das Gefühl hatte, er müsse sie nun heiraten. Ganz kurz dachte sie an eine Abtreibung, aber sie merktebald, daß sie dies nicht wirklich wollte.



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