Eines Abendsbeschloß sie, Charles nach dem Essen zu sagen, daß sie schwanger war. Sie kochte in ihrer Wohnung ein Cassoulet für ihn und ließ es anbrennen vor lauter Nervosität. Als sie ihm das angesengte Fleisch und diebräunlich verfärbtenBohnen vorsetzte, vergaß sie ihre sorgfältig einstudierte kleine Rede und platzte einfach damit heraus:»Es tut mir schrecklich leid, Charles. Ich — ichbin schwanger.«

Dem folgte ein unerträglich langes Schweigen, und als Tracy es geradebrechen wollte, sagte Charles:»Wir heiraten selbstverständlich.«

Tracy fiel ein Stein vom Herzen.»Ich will aber nicht, daß du denkst… Ich meine, du mußt mich nicht heiraten.«

Er hobdie Hand, winkte ab.»Ich will dich aber heiraten, Tracy. Dubist sicher eine wunderbare Ehefrau. «Langsam fügte er hinzu:»Meine Eltern werden natürlich einbißchen überrascht sein.«

Und er lächelte Tracy an und küßte sie.

Tracy fragte ruhig:»Warum werden sie überrascht sein?«

Charles seufzte.»Ach, Liebling… ich fürchte, dubist dir nicht ganz im klaren, worauf du dich da einläßt. Die Stanhopes heiraten immer — in Anführungszeichen, wohlgemerkt —

ihresgleichen. Also erstens reich und zweitens alteingesessene Prominenz von Philadelphia.«

«Und deine Eltern habenbereits eine Frau für dich ausgesucht«, vermutete Tracy.

Charles nahm sie in die Arme.»Das ist völlig egal. Wen ich ausgesucht habe — das zählt und sonst nichts. Nächsten Freitag essen wirbei meinen Eltern zu Abend. Es wird Zeit, daß du sie kennenlernst.«

Fünf Minuten vor neun nahm Tracy eine Veränderung im Geräuschpegel derBank wahr. Die Angestellten sprachen ein wenig schneller undbewegten sich einbißchen rascher. In fünf Minuten würden sich die Pforten derBank öffnen, und dann mußte allesbereit sein. Durch das Fenster zur Straße sah Tracy die Kunden, die im kalten Regen auf demBürgersteig anstanden und warteten.



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