
„Du hast doch aber Bimbo", sagte Mama. Sie hoffte, ihn damit zu trösten. Sie fand es ganz schön, Karlsson los zu sein.
Lillebror streichelte Bimbo.
„Ja, gewiß. Und er ist so ein guter Hund. Aber er hat keinen Propeller und kann nicht fliegen, und mit Karlsson kann man besser spielen."
Lillebror lief in sein Zimmer und machte das Fenster auf.
„Karlsson, bist du da oben?" schrie er so laut, wie er konnte. Es kam aber keine Antwort. Und am nächsten Tag fing die Schule wieder an. Lillebror ging jetzt in die zweite Klasse. Jeden Nachmittag saß er in seinem Zimmer und machte seine Schulaufgaben. Er hatte das Fenster geöffnet, damit er hören könnte, ob irgendein Motor brummte, der wie Karlssons klang.
Das einzige Brummen aber, das er hörte, kam von den Autos unten auf der Straße und manchmal von einem Flugzeug oben über den Dächern. Nie hörte er das Brummen von Karlssons Motor.
„Ja, er ist sicher weggezogen", sagte Lillebror betrübt vor sich hin. „Er kommt wohl nie mehr zurück."
Wenn er abends ins Bett gegangen war, dachte er an Karlsson, und mitunter weinte er leise ein bißchen unter der Bettdecke, weil Karlsson nicht mehr da war. So vergingen die Tage mit der Schule und den Schularbeiten und keinem Karlsson.
Eines Nachmittags saß Lillebror in seinem Zimmer und beschäftigte sich mit seinen Briefmarken. Er hatte schon eine ganze Menge in seinem Briefmarkenalbum, aber ziemlich viele warteten noch darauf, eingeklebt zu werden. Lillebror machte sich an die Arbeit und war fast fertig mit dem Einkleben. Nur eine Briefmarke war noch übrig, die allerschönste, die hatte er sich bis zuletzt aufgehoben. Es war eine deutsche Marke mit Rotkäppchen und dem Wolf darauf, oh, Lillebror fand sie so hübsch. Er legte sie vor sich auf den Tisch.

