„Nun ja, will man in diesem Haus verkehren, dann muß man lernen, sich in allerlei zu fügen . .. Her mit der Bratwurst!"

Lillebror rannte, so schnell er konnte, in die Küche. Mama war nicht zu Hause, sie war beim Arzt, er konnte sie daher nicht fragen. Er wußte aber, daß er Karlsson zu Bratwurst einladen durfte. Auf einem Teller lagen fünf Stücke, die übriggeblieben waren, und die nahm er für Karlsson mit. Und Karlsson stürzte sich darauf wie ein Habicht. Er stopfte sich den Mund mit Bratwurst voll und sah ganz zufrieden aus.

„Naja",sagte er, „für Bratwurst schmeckt sie gar nicht so übel.

Natürlich nicht so wie Fleischklöße, aber von manchen Leuten darf man nicht zuviel verlangen."

Lillebror verstand, daß er „manche Leute" war, und daher beeilte er sich, von etwas anderem zu reden.

„Hattest du es schön bei deiner Großmutter?" fragte er.

„Ich hatte es so schön, daß man es gar nicht erzählen kann", sagte Karlsson. „Und darum habe ich mir auch vorgenommen, nichts davon zu erzählen." Und er biß hungrig in seine Wurst.

„Ich hatte es auch schön", sagte Lillebror. Er begann, Karlsson zu erzählen, was er alles bei seiner Großmutter gemacht hatte.

„Sie ist so gut, so gut, meine Großmutter", sagte Lillebror. „Und du kannst dir nicht denken, wie sie sich freute, als ich kam. Sie drückte mich, so sehr sie konnte."

„Warum denn?" fragte Karlsson.

„Weil sie mich gern hat. Verstehst du das nicht?" sagte Lillebror.

Karlsson hörte auf zu kauen.

„Und du denkst natürlich, meine Großmutter hat mich nicht besonders gern, was? Du glaubst natürlich nicht, daß sie mich hochhob und mich drückte, bis ich blau im Gesicht wurde, nur weil sie mich so gern hat, das glaubst du nicht, was? Ich will dir aber mal was sagen: Meine Großmutter hat ein Paar kleine Fäuste, so hart wie Eisen, und wenn sie mich nur ein einziges Gramm mehr gemocht hätte, dann säße ich jetzt nicht hier, dann wär's mit mir aus gewesen."



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