
Bolitho umfaßte den Griff seines Degens und versuchte, äußerlich ruhig zu bleiben. Irgendwo dort drunten im Hafen wartete ein Schiff auf seinen neuen Kapitän. Mochte es alt oder gerade erst vom Stapel gelaufen sein, groß oder als Flotteneinheit völlig unbedeutend, es sollte sein eigenes Schiff sein. Und hier mußte er sich zur Ruhe zwingen und Colquhouns Betrachtungen über den Krieg zuhören. Bolitho hatte von Anfang an in diesem Krieg gekämpft, und Colquhoun war, wie er von einem Offizierskameraden auf der Oktavia erfahren hatte, erst vor sechs Monaten aus England herübergekommen.
In gleichmütig trockenem Ton fuhr Colquhoun fort:»Da wir aber die Seewege und Versorgungsrouten beherrschen, können weder die Franzosen noch der verdammte Papst uns hindern, auf dem Festland überall die Kontrolle zurückzugewinnen.»
Er wandte sich langsam um. Die Sonne blitzte auf den goldenen Tressen seines Rockes.»Stimmen Sie mir zu?»
Bolitho wandte sich in seinem Stuhl um:»Ich bin ganz Ihrer Meinung, Sir. Aber.»
«Aber ist kein Wort, das mir zusagt«, schnappte Colquhoun.»Entweder Sie stimmen zu, oder Sie lehnen ab.»
«Ich denke, es sollte mehr getan werden, um die Kaperschiffe in ihren Stützpunkten aufzuspüren und zu vernichten, Sir. «Er unterbrach seine Worte und wartete auf eine bissige Bemerkung. Dann redete er weiter:»Wir haben zu wenig Schiffe für den Geleitschutz. Jeder von zwei oder mehr Schiffen energisch geführte Angriff auf Nachschubeinheiten kann eine einzelne Eskorte zum Teufel schicken.»
«Wahrhaftig, Sie überraschen mich!»
Bolitho biß sich auf die Lippen. Er hatte sich hinreißen lassen. Vielleicht hatte Colquhoun gehofft, daß einer seiner Freunde oder Schützlinge das neue Kommando erhalten würde, und betrachtete Bolitho nun als Eindringling. Wo auch immer die Ursache liegen mochte, an einer gewissen Feindseligkeit schien kein Zweifel zu bestehen.
