
«Wir brauchen keinen Jockey«, sagte ich.»Wir haben schon Tommy Hoylake.«
«Ihr neuer Jockey wird nach und nach seinen Platz einnehmen.«
Tommy Hoylake war der zweitbeste Jockey Großbritanniens und gehörte zu den zwölf besten der Welt. Niemand konnte seinen Platz einnehmen.
«Die Besitzer wären nicht einverstanden«, sagte ich.
«Sie werden sie überreden.«
«Unmöglich.«
«Die Existenz Ihres Stalles hängt davon ab.«
Es entstand eine neuerliche, ziemlich lange Pause. Eines der Gummigesichter trat von einem Fuß auf den anderen und seufzte wie aus Langeweile, aber der dicke Mann schien es nicht eilig zu haben. Vielleicht verstand er sehr gut, daß mir immer kälter wurde und daß ich mich von Minute zu Minute unbehaglicher fühlte. Ich hätte ihn gerne gebeten, die Fesseln an meinen Händen zu lösen, doch mir war klar, daß er, falls er ablehnte, einen Punkt für sich verbuchen würde.
Schließlich sagte ich:»Mit Ihrem Jockey hätte der Stall ohnehin keine Zukunft.«
Er zuckte mit den Schultern.»Es wird vielleicht Einbußen geben, aber der Stall wird es überstehen.«
«Es ist untragbar«, sagte ich.
Er blinzelte. Seine Hand schob die Pistole auf seinem wohlgefüllten Hosenbein sanft hin und her.
Er sagte:»Ich sehe, daß Sie die Situation nicht ganz verstanden haben. Ich habe Ihnen gesagt, daß Sie hier unter gewissen Bedingungen wegkommen. «Sein ausdrucksloser Ton ließ das Wahnsinnige vernünftig klingen.»Diese Bedingungen sind, daß Sie einen gewissen Jockey einstellen und daß Sie bei niemandem Hilfe suchen, auch nicht bei der Polizei. Sollten Sie irgendeine dieser Abmachungen verletzen, wird der Stall zerstört werden. Aber…«, er sprach nun langsamer und mit Betonung,»… wenn Sie diesen Bedingungen erst gar nicht zustimmen, werden Sie nicht freigelassen.«
Ich sagte nichts.
