
Molly seufzte und schüttelte den Kopf. »Für einen Geheimagenten hast du ein sehr behütetes Leben geführt. Aber keine Angst, Eddie; ich werde deine Pornografie sein.«
Ich lächelte. »Und da sagen die Leute, heutzutage gäbe es kein romantisches Gesäusel mehr.«
Ich brauchte nicht lang, um die wenigen Dinge aufzusammeln, die ich mitnehmen wollte. Ein paar lädierte alte Meister Petz und die Seeziege-Bücher, die ich als Kind am liebsten gemocht hatte. Ein gerahmtes Foto meiner Eltern, aufgenommen unmittelbar bevor sie fortgingen, um bei einem letzten Auftrag für die Familie zu sterben. Neugierig betrachtete Molly das Foto.
»Sie sehen so jung aus«, sagte sie schließlich. »Nicht mal so alt wie wir jetzt. Ungefähr im selben Alter wie meine Eltern, als sie von den Droods ermordet wurden.«
»Wir haben so viel gemeinsam«, sagte ich und warf das Foto zusammen mit den Büchern in eine Tragetasche. »Ich verspreche dir: Ich werde die Wahrheit darüber herausfinden, was wirklich mit deinen Eltern passiert ist - und mit meinen.«
»Wenn du willst«, meinte Molly. »Ich hab's dir ja schon gesagt: Ich halte nichts davon, zurückzublicken.«
Ich rettete ungefähr ein Dutzend meiner Lieblings-CDs aus dem Durcheinander auf dem Boden. (Molly zog die Grenze bei allen meinen Enya-Alben, was mir ein bisschen gemein vorkam. Ich habe ja schließlich auch nichts dagegen, wenn sie ihre Iron Maidens im Auto abspielt.) Und das … war es. Ich schaute um mich, aber es gab sonst nichts, was ich mitnehmen wollte. Ich blickte nach unten auf die Tragetasche: Nicht viel vorzuweisen für ein Leben.
»Ich hatte schon ein paar wirklich gute Tage hier«, sagte ich.
»Aber sicher doch!«, meinte Molly. »Ich wette, du warst an den Wochenenden ein richtiger Partylöwe!«
»Nein«, entgegnete ich. »Ich habe so gut wie nie Leute mit hierher gebracht. Denn die Leute kannten mich nur als Shaman Bond, und das hier war der einzige Ort, wo ich Eddie Drood sein konnte.
