
»Ich dachte, ich hätte dir gesagt, du sollst dein Gesicht in Ordnung bringen lassen! Die Schönheitszauberer könnten dich an einem Nachmittag wieder herrichten, und das weißt du.«
»Ich mag die Narben«, entgegnete der Seneschall ruhig. »Sie geben mir mehr Persönlichkeit. Und sie sind hervorragend geeignet, Leute einzuschüchtern.«
»Was ist mit dem Ohr?«
»Wie bitte?«
Ich blickte ihn finster an. »Wo zum Teufel hast du gesteckt, als uns dieser Mob aus dem Hinterhalt überfallen hat?«
»Genau!«, sagte Molly. »Hast's dir bestimmt in deiner Zelle mit der neuesten Ausgabe von Große Titten gut gehen lassen und die Tür abgesperrt, was?«
Der Seneschall ignorierte sie und hielt seinen kalten Blick auf mich gerichtet. »War Zeit, dass du zurückgekommen bist, Junge. Mit dem ganzen Haus geht es den Abort runter, seit du weg bist. Ohne die alten Gewissheiten, die sie bei der Stange gehalten haben, fällt die Disziplin der Familie auseinander. Sie brauchen dich hier, damit du ein Beispiel gibst; es hilft ihnen nicht, wenn du dich in Privatangelegenheiten in der Welt herumtreibst!«
»Weißt du, nur ein einziges Mal wäre es nett, ein Willkommen zu Hause! zu hören, wenn ich durch die Tür komme«, meinte ich sehnsüchtig.
