«Der vorsichtige Ian.«

«Du«, sagte ich,»bist vorsichtig mit Gold.«

Er sah mich aus halbgeschlossenen Augen an.»Das sagen nicht viele Leute.«

«Du bist schnell und hitzig«, sagte ich,»aber du wartest und paßt den richtigen Moment ab.«

Er grunzte nur und wandte seine Aufmerksamkeit voll dem gegenwärtigen Geschehen zu, wobei er sich nicht auf die Verkaufsobjekte konzentrierte, sondern auf die Bieter auf der anderen Seite des Ringes. Die Auktionatoren in der Loge zu unserer Linken waren entspannt und elegant; derjenige, der gerade am Mikrophon war, gab sich unbeeindruckt von den in Umlauf gesetzten Vermögen.»Fünfzigtausend, danke, Sir; sechzigtausend, siebzig… achtzig? Soll ich achtzig sagen? Achtzig, danke, Sir. Gegen Sie, Sir. Neunzig? Neunzig. Einhunderttausend. Es wird verkauft. Ich verkaufe jetzt. Gegen Sie, Sir? Nein? War es das? War es das?«Eine Pause für einen Rundblick, um sicherzugehen, daß nicht ein neuer Bieter irgendwo wild winkte.»Zuschlag also. Verkauft an Mr. Siddons. Einhunderttausend Guineen. Der nächste Posten…«

«Es wird verkauft«, sagte Malcolm.»Das heißt wohl, da lag der Mindestpreis?«

Ich nickte.

«Bis der Bursche sagt: >Es wird verkaufte, kann man also ruhig mitbieten, weil man weiß, daß man nicht kaufen muß?«

«Dein Gebot könnte gerade das sein, das den Mindestpreis erreicht.«

Er nickte.»Russisches Roulett.«

Wir beobachteten die Verkäufe noch den ganzen Nachmittag, doch er setzte sich keine Pistole an den Kopf. Er fragte nach den Leuten.»Wer ist dieser Mr. Siddons? Das ist schon das vierte Pferd, das er gekauft hat.«

«Er arbeitet für eine Vollblutagentur. Er kauft für andere.«

«Und der Mann in Dunkelblau, mit dem finsteren Blick. Wer ist das?«

«Max Jones. Er besitzt sehr viele Pferde.«

«Jedesmal, wenn die alte Frau da bietet, bietet er gegen sie.«



11 из 342