Ich ging hinter ihm her und erinnerte mich amüsiert, daß er, wo immer er hinkam, rund zwei Minuten brauchte, um sich Einlaß in die vornehmsten Schlupfwinkel zu verschaffen.

Die Auktionshalle von Newmarket hatte die Form eines Amphitheaters; getreppte Sitzreihen erhoben sich rund um den ebenerdigen Ring, in dem jedes Pferd während der Versteigerung herumgeführt wurde. Unter den Sitzreihen und in einem großen angrenzenden Gebäude befanden sich Räume, die von Versteigerern und Turfagenten als Büros genutzt wurden oder in denen Handelsunternehmen wie etwa Ebury Jewellers, die derzeitigen willigen Gastgeber Malcolms, Kunden betreuten.

Ich war nur die schlichten Betonkästen der Turfbüros gewöhnt. Eburys Niederlassung war im Gegensatz dazu als teurer Ausstellungsraum gestaltet; gut beleuchtete Vitrinen mit strahlendem Silber und glitzernden Nippessachen zogen sich an drei Wänden entlang, alles fest unter Verschluß, doch verführerisch sichtbar. In der Mitte des Raumes stand auf braunem Teppichboden ein langer polierter Tisch mit lederbezogenen Lehnstühlen drum herum. An jedem Platz lag säuberlich eine in Leder gefaßte Löschunterlage neben einem vergoldeten Becher mit Schreibstiften, so daß der Eindruck entstand, die Kunden brauchten hier nichts weiter mitzubringen als ihr Scheckbuch.

Ein gewandter junger Mann begrüßte Malcolm eilfertig, aber diskret und bot Getränke und Leckereien von einem gut ausgestatteten Buffettisch an, der den größten Teil der vierten Wand einnahm. Malcolm und ich nahmen je eine Tasse Kaffee und setzten uns an den Tisch, ich zumindest nicht ohne Verlegenheit. Malcolm spielte mit seinem Kaffeelöffel. Eine korpulente, laute Dame kam herein und begann sich mit dem gewandten jungen Mann darüber zu unterhalten, daß sie einen ihrer Hunde in Silber gegossen haben wollte. Malcolm hob kurz den Blick zu ihnen und sah dann wieder auf seine Tasse.



6 из 342