«Ich bezahle deine Reise- und Hotelkosten.«

Auf der anderen Zimmerseite gab die laute Dame dem gewandten jungen Mann ihre Adresse. Eine Kellnerin war erschienen und lud frische Sandwiches und Alkoholnachschub auf den weiß gedeckten Tisch. Müßig sah ich ihr ein paar Sekunden zu und blickte dann wieder in Malcolms Gesicht, wo ich einen Ausdruck gewahrte, der sich nur als Besorgnis deuten ließ.

Ich war unerwartet gerührt. Ich hatte mich ja nie mit ihm zanken wollen; ich hatte gewollt, daß er Moira so sah wie ich, als eine berechnende, honigsüße Schmeichlerin, die auf sein Geld aus war und seine Erschütterung nach Coochies Tod dazu benutzt hatte, sich bei ihm beliebt zu machen, indem sie immer wieder zu ihm kam, ihr Mitgefühl bekundete und sich erbot, für ihn zu kochen. Malcolm, in tiefer Trauer, war hilflos gewesen und dankbar und hatte anscheinend kaum bemerkt, wie sie anfing, sich in Gesellschaft bei ihm einzuhaken und» wir «zu sagen. Ich hatte die ganzen drei stummen Jahre hindurch mit meinem Vater Frieden schließen wollen, aber ich ertrug den Gedanken nicht, zu ihm zu gehen und die affektiert lächelnde Moira an Coochies Stelle zu sehen, selbst wenn er mich zur Tür hereingelassen hätte.

Jetzt, wo Moira tot war, war Frieden vielleicht möglich, und es kam mir vor, als ob er ihn auch wollte. Flüchtig überlegte ich, daß Versöhnung nicht sein Hauptziel war, sondern nur ein Mittel zu einem anderen Zweck, aber es genügte trotzdem.

«Ja«, sagte ich,»in Ordnung. Ich kann mir Urlaub nehmen.«

Die Erleichterung war ihm anzusehen.»Gut! Gut! Dann komm mit, ich will vielleicht ein Pferd kaufen. «Er stand auf, plötzlich voller Energie, und wedelte mit seinem Katalog.»Was für eins empfiehlst du?«

«Wozu in aller Welt brauchst du ein Pferd?«

«Na, damit es Rennen läuft.«

«Aber das hat dich noch nie interessiert.«

«Jeder sollte ein Hobby haben«, sagte er munter, obwohl er sein Lebtag noch keins gehabt hatte.»Mein Hobby sind Galopprennen. «Und nachträglich setzte er hinzu:»Ab jetzt«, während er die Tür anpeilte.



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