
»Warten Sie.« Tussie warf noch zwei Briefe hinein. »Wer Formbriefe nicht öffnet, verlängert sein Arbeitsleben um drei Jahre.«
»Tatsache?« Miranda lächelte.
»Im Ernst«, neckte Tussie sie.
Miranda trug den Metallkorb um den Tisch herum zu Hank. »Noch
was?«
»Ah, nein.« Er blätterte in seinem ordentlich gestapelten Haufen.
»Kannst du nie was spontan tun?« Tussie zog ihre Fäustlinge aus der Manteltasche.
»Eile mit Weile. Du müßtest bloß mal die beschädigten Geräte sehen, die ich sehe, und alles nur, weil sich irgendein Trottel keine Zeit nehmen kann. Gestern kam eine Trage mit zwei blockierten Rädern runter. Das passiert nur, wenn ein Sanitäter sich nicht die Zeit nimmt, auf die kleine Fußbremse zu tippen. Er drückt, nichts passiert und dann tritt er mit aller Macht drauf.« Hank fuhr fort, erfüllt von der Bedeutung seiner Aufgabe. »Gerade hab ich in der Kantine eine Sicherung angeguckt, die dauernd rausgeflogen ist. Hängen einfach zu viele Geräte an dem Stromkreis.« Er holte Atem, bereit, von weiteren Problemen zu berichten.
Tussie unterbrach ihn. »Dem Krankenhaus fehlt so manches.«
Er nahm den Faden wieder auf. »Eine komplette Überholung der elektrischen Anlagen. Ein neuer Heizkessel für den Altbau, aber auf mich hört ja keiner. Ich halte den Laden bloß am Laufen. Quäkt aber ein Doktor nach was, ja, dann hört die Erde auf sich zu drehen.«
»Das ist nicht wahr. Bruce Buxton schreit regelrecht nach einem neuen MRT und.«
»Was ist das?«, fragte Harry.
»Magnetresonanztomograph. Tomographie ist eine Methode, um in den Körper zu gucken, ohne ihn aufzuschneiden«, erklärte Tussie. »Die Technik auf unserem Gebiet explodiert geradezu. Die neuen MRT schaffen es in der Hälfte der Zeit. Aber ich will mich jetzt nicht über die Technik auslassen.« Sie hielt einen Moment inne. »Wir alle werden noch ein Heilmittel für Krebs erleben, für Kinder-Diabetes, für viele Krankheiten, die uns plagen.«
