»Ich verstehe nicht, wie du mit kranken Kindern arbeiten kannst. Ich kann ihnen nicht in die Augen sehen.« Hank runzelte die Stirn.

»Sie brauchen mich.«

»Hört, hört«, sagte Miranda und Harry nickte beifällig.

»Wir brauchen eine Menge Zeug«, bemerkte Hank. »Trotzdem glaube ich, die im OP kriegen, was sie wollen, bevor ich kriege, was ich will.« Er holte Luft. »Ich hasse die Ärzte.« Hank steckte die Um­schläge in die große Innentasche seines schweren Overalls.

»Deswegen verbringst du dein Leben im Keller.« Tussie zwinkerte. »Er sucht noch immer nach Spuren der Underground Railroad.«

»So 'n Krampf.« Hank schüttelte den Kopf. Wäre er draußen gewe­sen, hätte er ausgespuckt.

»Ich hab die Geschichte seit meiner Kindheit gehört.« Miranda beugte sich über die Trennklappe. »Daß der alte Steinbau des Kran­kenhauses der Underground Railroad diente, um Sklaven in die Frei­heit zu schleusen.«

»Jedes Haus und jeder Strauch in Crozet ist von historischer Be­deutung. Kommt man an eine Straßenecke, erklärt einem ein Schild, >Hier hat Jefferson sich die Nase geputzt.< Komm, Tussie. Ich muß wieder an die Arbeit.«

»Was machen Sie hier mit dem Trübsalbläser?« Harry zwinkerte Tussie zu.

Hank unterdrückte ein Lächeln. Er war gerne Mr. Negativ. Man fiel auf bei den Leuten. Meinte er jedenfalls.

»Chuckles Auto ist in der Werkstatt.«

»Nenn mich nicht so«, wies Hank sie zurecht. »Was, wenn meine Frau das hört? Dann nennt sie mich auch so.«

»Oh, ich dachte, du würdest sagen,>die Leute werden reden<.« Tussie zeigte tiefe Enttäuschung.

»Ach, das tun sie sowieso. Man sollte ihnen die Zungen raus­schneiden.«

»Hank, du hättest gut ins neunte Jahrhundert vor Christus gepaßt. Da wärst du in deinem Element gewesen.« Tussie folgte ihm zur Tür.



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