»Ich werde den Tag nie vergessen, als Ruffian eine Sekunde im Lauf stockte - wegen eines Vogels oder was weiß ich - und sich den Fesselkopf brach. Gott, es war furchtbar.«

Warren erinnerte sich an den schicksalhaften Tag, an dem das Ga­lopprennen eine seiner bis heute glänzendsten Stuten und vielleicht eines der größten Rennpferde überhaupt verlor, in Belmont Park, im Rennen gegen Foolish Pleasure, den Sieger des Kentucky Derbys.

Fair ergänzte die Erinnerungen an die Verletzung der schwarzen Stute durch die Sachkenntnis des Veterinärs: »Sie war zu wild, konn­te einfach nicht liegenbleiben, als ihr Bein eingerenkt war. Sie brach es sich ein zweites Mal, als sie aus der Narkose aufwachte, und hätte es sich ein drittes Mal gebrochen, wenn man versucht hätte, den Bruch wieder einzurenken. Sie einzuschläfern war das einzige, was man tun konnte, um ihr weitere Schmerzen zu ersparen.«

Wesley schüttelte den Kopf. »Ein Jammer, verdammt, so ein Jam­mer. Sie hätte eine erstklassige Zuchtstute abgegeben. Ihre Besitzer hätten vielleicht sogar versucht, sie von dem Hengst decken zu las­sen, gegen den sie lief, als es passierte. Foolish Pleasure. Als Zucht­hengst ist er nicht so gut wie als Rennpferd, das wissen wir jetzt, wo wir seinen Nachwuchs gesehen haben.«

»Ich werde nie vergessen, wie die Öffentlichkeit auf Ruffians Tod reagiert hat. Die schöne schwarze Stute mit dem ungeheuren Mut - sie gab immer zweihundert Prozent. Als sie eingeschläfert werden mußte, hat das ganze Land getrauert, sogar Leute, die sich nie was aus Pferderennen gemacht haben. Es war ein sehr, sehr trauriger Tag.« Ansley war sichtlich ergriffen von dieser Erinnerung. Sie wechselte das Thema.

»Dark Windows hat einige großartige Sieger hervorgebracht. Das war auch eine fabelhafte Stute«, lobte Ansley ihren Schwiegervater, der Beachtung so nötig hatte wie ein Fisch das Wasser.

Er lächelte. »Ja, doch, da waren einige.«



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