Links von mir standen zwei Polizeibeamte, der eine in Uniform, der andere in Zivil. Sie schwitzten, denn im Zimmer war es heiß. Der Arzt stand auf der rechten Seite und machte sich an einem Schlauch zu schaffen, der von einer Flasche zu meiner Armvene führte. Ein paar andere Schläuche sprossen in widerwärtiger Weise aus meinem Bauch, zum Teil durch ein dünnes Laken verdeckt. Tropfinfusion und Drainage, dachte ich ironisch, einfach großartig!

Radnor beobachtete mich vom Bettende aus, ohne an dem Streitgespräch zwischen Heilkunst und Arm des Gesetzes teilzunehmen. Ich hatte nicht gedacht, daß sich der Chef selbst an mein Bett begeben würde, aber es kam wohl auch nicht jeden Tag vor, daß einer seiner Leute in ein derartiges Schlamassel geriet.

«Er ist wieder bei Bewußtsein, und seine Augen sind nicht mehr so glasig. Vielleicht bekommen wir diesmal mehr aus ihm heraus.«

Er schaute auf die Uhr.

Der Arzt beugte sich über mich, prüfte meinen Puls und nickte.

«Also gut, fünf Minuten. Keine Sekunde länger!«

Der Polizeibeamte in Zivil kam Radnor um den Bruchteil einer Sekunde zuvor:»Können Sie uns sagen, wer Sie

niedergeschossen hat?«

Das Sprechen fiel mir immer noch erstaunlich schwer, aber es war mir nicht mehr unmöglich wie am Morgen, als sie mich dasselbe gefragt hatten. Offenbar schien es mir doch besser zu gehen. Trotzdem blieb dem Polizeibeamten Zeit genug, seine Frage zu wiederholen und eine Weile zu warten, bis ich eine Antwort zustande brachte.

«Andrews.«

Der Name bedeutete dem Polizeibeamten nichts, aber Radnor machte ein erstauntes und zugleich enttäuschtes Gesicht.

«Thomas Andrews?«fragte er.

«Ja.«

Radnor erteilte dem Polizeibeamten Aufklärung.»Ich habe Ihnen gesagt, daß Halley und sein Kollege eine Falle gestellt hatten, um eine Sache aufzuklären, mit der wir befaßt waren. Sie erhofften sich einen großen Fang, aber es sieht jetzt doch so aus, als sei ihnen nur ein ganz kleiner Fisch ins Netz gegangen. Andrews ist unbedeutend, ein schwächlicher junger Mann, der Botendienste leistet. Ich hätte nie gedacht, daß er eine Schußwaffe besitzt, geschweige denn sie gebraucht.«



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