Ich auch nicht. Er hatte den Revolver ungeschickt aus der Jackettasche gezogen, ihn unsicher auf mich gerichtet und mit beiden Händen abgedrückt. Wenn ich nicht gesehen hätte, daß vom Köder nur Andrews angelockt worden war, wäre ich nicht unachtsam aus der Dunkelheit der Toilette getreten, um ihn eines Einbruchs in die Büroräume des Ermittlungsdienstes Hunt Radnor um ein Uhr nachts in der Cromwell Road zu überführen. Ich war gar nicht auf den Gedanken gekommen, daß er mich angreifen könnte.

Bis ich begriff, daß er die Waffe im Ernst gebrauchen wollte und nicht nur drohend damit herumfuchtelte, war es viel zu spät. Ich hatte den Lichtschalter noch nicht ganz herumdrehen können, als mich die Kugel traf, meinen Körper schräg durchschlug und wieder austrat. Ich sank auf die Knie und

stürzte vornüber zu Boden.

Er lief mit steifen Beinen zur Tür, stieß einen Schrei aus, und seine Augen waren weit aufgerissen. Er schien über das, was er angerichtet hatte, genauso entsetzt zu sein wie ich selbst.

«Um welche Zeit fiel der Schuß?«fragte der Polizeibeamte förmlich.

«Gegen ein Uhr.«

Der Arzt zog abrupt den Atem ein. Er brauchte es nicht auszusprechen; ich wußte, daß ich nur durch Glück noch am Leben war. Immer schwächer werdend, hatte ich in der kühlen Septembernacht auf dem Boden gelegen und ein Telefon angestarrt, mit dem ich keine Hilfe herbeiholen konnte. Alle Apparate im Büro waren an eine Vermittlung angeschlossen. Das Ganze hätte sich ebensogut auf dem Mond abspielen können, statt auf dem kurzen Weg vom Flur, die Treppe hinunter, bis zur Tür des Empfangsschalters — wobei das Mädchen, das den Klappenschrank bediente, im Bett lag und schlief.



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