«Ja«, sagte Radnor knapp.»Das stimmt. «Er wechselte das Thema.»Na, Sid, besuchen Sie mich, wenn es Ihnen besser geht. Lassen Sie sich Zeit.«

Er nickte mir verlegen zu, und er und der Arzt komplimentierten sich nach einem Blick über die Schulter gegenseitig zur Tür hinaus.

Radnor hatte es also nicht eilig, mich wieder aufzunehmen. Ich hätte gelächelt, wenn die Energie dazu vorhanden gewesen wäre.

Als er mir eine Stellung angeboten hatte, vermutete ich, daß mein Schwiegervater irgendwo im Hintergrund seine Beziehungen spielen ließ. Ich war damals in einer gleichgültigen Stimmung gewesen. Nichts spielte mehr eine Rolle für mich.

«Warum nicht?«sagte ich zu Radnor, und er stellte mich als Ermittler in der Abteilung Rennsport an, ohne meinen gänzlichen Mangel an Erfahrung zu berücksichtigen. Den anderen erzählte er, daß ich als Berater dienen würde, weil ich die Branche in- und auswendig kennte. Insgesamt hatten sie es recht vernünftig aufgenommen. Vielleicht begriffen sie wie ich selbst, daß meine Anstellung vom Mitleid diktiert war. Vielleicht dachten sie auch, ich sollte eigentlich zu stolz sein, diese Art von Mitleid zu akzeptieren. Ich war es nicht. Es war mir so oder so egal.

Radnors Ermittlungsdienst bestand noch aus den Abteilungen Vermißte, Bewachung und Scheidung, dazu kam ein Arbeitsgebiet mit dem Titel Bona Fides, das beinahe so groß war wie alle anderen zusammengenommen. Der Großteil der Arbeit bestand aus Routineermittlungen, die manchmal zu Zivilverfahren oder Scheidungsprozessen führten. Meistens aber wurde lediglich ein vertraulicher Bericht an den Kunden geschickt. Strafsachen wurden zwar angenommen, kamen aber selten vor. Die Geschichte mit Andrews war die erste seit drei Monaten.

Die Abteilung Rennsport war Radnors Lieblingskind. Sie hatte noch nicht existiert, als er nach dem Krieg die Agentur gekauft und aus einem kleinen Büro zu einem im ganzen Land bekannten Unternehmen gemacht hatte. Auf den Briefköpfen stand >Schnelligkeit, Resultate, absolute Vertraulichkeitc. Radnor hielt seine Versprechen. Eine aus frühester Jugend datierende Begeisterung für den Pferderennsport, dazu sechsmaliger Start bei Jagdrennen hatten ihn nicht so sehr dazu gebracht, sich dem Jockeyclub und dem Nationalen



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