
»Mögen die Götter Euch segnen, edle Herrin«, stieß sie ein wenig atemlos hervor. Ihre feiste, bunt gescheckte Stute war überladen mit großen Satteltaschen; weitere Taschen waren notdürftig an dem Tier festgezurrt und hüpften bei jedem Schritt des Pferdes so bedenklich auf und nieder wie die Reiterin. Die Frau ließ ihr Pferd wieder in Schritt fallen, schöpfte Atem und richtete ihren Strohhut. Sie trug das Grün der Mutter, in dunklen Farbtönen, die nicht ganz zueinander passten, jedoch dem Stand einer Witwe entsprachen. An den Ärmeln allerdings waren die Farben aller fünf Götter in Form von geflochtenen Bändern versammelt: blau und weiß umwickelt, grün und gelb, rot und orange, schwarz und grau, weiß und cremefarben.
»Wir sind Pilger aus ganz Baocia«, verkündete die Frau in der offensichtlichen Absicht, ein Gespräch anzufangen. »Und wir sind unterwegs zum Schrein des wundersamen Todes des Kanzlers dy Jironal in Taryoon. Nun, von dem guten Ser dy Brauda da drüben mal abgesehen.« Sie wies mit einem Nicken zu einem älteren Mann, der gedämpfte Brauntöne trug und ein Band in Rot und Orange, was ihn als Anhänger des Herbstsohnes auswies. An seiner Seite ritt ein junger Mann, der wenig farbenfroher gewandet war. Dieser beugte sich nun ein Stück im Sattel nach vorn und warf der grün gekleideten Frau einen missbilligenden Blick zu, mit dem er versuchte, sie zum Schweigen zu bringen, wenn auch vergebens.
