Die letzten Wochen waren von Kummer und der Sorge um Gäste erfüllt gewesen; diese Zeit hatte dy Ferrej ebenso erschöpft wie Ista selbst. Er belästigte sie nicht mit weiteren Versuchen, ein Gespräch in Gang zu bringen, und der Reitknecht wagte nicht, sie anzusprechen. Sie saß auf dem Rücken ihres Pferdes, lauschte dem patschenden Hufschlag und beobachtete, wie die Straße unter ihr wieder aufgerollt wurde wie ein Teppich, dem die Verwendung versagt blieb. Wozu war sie noch nutze? Ista biss sich auf die Lippe und blickte starr über den auf und ab wippenden Kopf ihres Pferdes hinweg.

Einige Zeit später zuckte das Tier mit den Ohren und schnaubte. Ista blickte in die Richtung, auf die das Pferd seine Aufmerksamkeit gerichtet hatte, und entdeckte eine weitere Reiterschar, die auf einer Querstraße herankam. Es waren einige Dutzend Personen auf Pferden und Maultieren. Dy Ferrej richtete sich in den Steigbügeln auf und sah den Neuankömmlingen misstrauisch entgegen, ließ sich dann aber erleichtert zurück in den Sattel sinken. Vier Reiter in blauer Tunika und grauem Mantel ritten dem Zug als Vorhut voran — es waren Ritter vom Orden der Tochter, dessen wichtigste Aufgabe darin bestand, für die sichere Reise von Pilgern zu sorgen. Als die anderen Reiter näher herankamen, war zu erkennen, dass sowohl Männer wie auch Frauen zu der Reisegruppe zählten. Sie alle waren in die Farben ihrer jeweiligen Gottheit gehüllt, soweit ihre Möglichkeiten es zuließen; zusätzlich waren ihre Ärmel mit farbigen Bändern geschmückt, die dem angestrebten Wallfahrtsort entsprachen.

Beide Gruppen gelangten gleichzeitig an die Einmündung.



9 из 546