
Ista lächelte kurz und schüttelte leicht den Kopf, klärte den Irrtum aber nicht auf. Dy Ferrej juckte es sichtlich in den Fingern, den Dreistigkeit dieser Person ein Ende zu setzen und sie vielleicht sogar fortzuscheuchen, indem er Istas Stand und Rang verkündete — und damit auch seinen eigenen. Ista jedoch erkannte zu ihrer eigenen Überraschung, dass sie Carias Gegenwart unterhaltsam fand. Das Geplapper der Witwe störte sie keineswegs, im Gegenteil: Sie wollte nicht, dass Caria verstummte.
Das stand anscheinend auch nicht zu befürchten. Als Nächstes stellte Caria aus Palma ihre Mitpilger vor und erklärte Ista in aller Ausführlichkeit deren Herkunft, den Reiseweg und die religiösen Ziele; wenn sie weit genug außer Hörweite waren, steuerte Caria auch noch ihre Meinung bei, was das Verhalten und die Sittlichkeit eines jeden betraf. Neben dem belustigten altgedienten Ordensritter und seinem schüchternen Sohn zählten vier Mitglieder einer Weberzunft zu der Gruppe. Sie waren unterwegs, um den Wintervater um den erfolgreichen Ausgang eines Rechtsstreits zu bitten. Ein Mann in den Farben der Sommermutter betete für die Gesundheit seiner Tochter, die kurz vor der Entbindung stand, und eine Frau mit den blauen und weißen Farben der Frühlingstochter betete darum, dass ihre Tochter überhaupt einen Ehemann fand. Eine dünne Person trug die Roben einer Akolythin der Kirche der Mutter, die von besonders edlem Zuschnitt waren; sie reiste in Begleitung einer persönlichen Zofe und zweier Diener. Wie sich herausstellte, war sie weder Hebamme noch Ärztin, sondern Revisorin. Außerdem reiste ein Weinhändler mit, um dem Wintervater für seine sichere Heimkehr zu danken und einen Eid zu erfüllen, den er im letzten Winter geleistet hatte, als sein Handelszug in den verschneiten Gebirgspässen nach Ibra beinahe verloren gegangen wäre.
