
War er etwa von den Göttern berührt worden? Ista hatte einige Übung darin, solche Leute zu erkennen. Leider traf das auch umgekehrt zu. Aber vielleicht war das Starren des Mannes auch nur auf Kurzsichtigkeit zurückzuführen. Dennoch wurde ihr unbehaglich zumute, und sie starrte finster zu ihm zurück. Er zwinkerte reumütig und meinte: »Tatsächlich bin ich im Auftrag meiner Kirche unterwegs. Ein mir anvertrauter Novize traf zufällig auf einen umherstreunenden, niederen Dämon, der sich im Körper eines Frettchens verbirgt. Ich bringe das Tier nach Taryoon, damit der Erzprälat den Dämon austreibt und zurück zu unserem Gott schickt.«
Er drehte sich zu seinen geräumigen Satteltaschen um und wühlte darin, bis er endlich sein Buch verstaut und stattdessen einen kleinen Käfig aus Weidenruten hervorgeholt hatte. Im Innern des Geflechts bewegte sich ein geschmeidiger grauer Schatten.
»Aha! Das also habt Ihr die ganze Zeit da drin versteckt!« Caria ritt näher zu ihm und zog die Nase kraus. »Für mich sieht es aus wie ein ganz normales Frettchen.«
Das Tier richtete sich auf, stützte sich gegen die Käfigwand und zuckte mit den Schnurrhaaren in ihre Richtung.
Der rundliche Geistliche drehte sich im Sattel ein Stück herum und hielt den Käfig hoch, sodass Ista einen Blick darauf werfen konnte. Das Frettchen lief zunächst im Kreis umher, erstarrte aber unvermittelt, als es Ista bemerkte. Einen winzigen Moment blickte es aus seinen Knopfaugen zu ihr hinüber. Ista sah in diesen Augen einen Verstand funkeln, der ganz und gar nicht zu einem Tier passte. Dann senkte das Frettchen den Kopf und wich so weit zurück, bis es an die rückwärtige Käfigwand stieß. Der Geistliche warf einen neugierigen Blick auf Ista.
»Seid Ihr sicher, dass das arme Ding nicht bloß krank ist?«, fragte Caria zweifelnd.
