
»Was sagt Ihr, meine Dame?«, wollte der Geistliche von Ista wissen.
Du weißt ganz genau, dass es tatsächlich ein Dämon ist. Weshalb stellst du mir diese Frage? »Nun, ich nehme an, der Erzprälat wird wissen, was es ist und was man damit zu tun hat.«
Diese wachsame Antwort entlockte dem Geistlichen ein schwaches Lächeln. »In der Tat, es ist kein allzu bemerkenswerter Dämon.« Er ließ den Käfig wieder in der Satteltasche verschwinden. »Ich würde sagen, es ist nicht mehr als ein Elementargeist, unbedeutend und gestaltlos. Er ist wohl noch nicht lange in unserer Welt; deshalb ist es unwahrscheinlich, dass er jemanden zur Zauberei verführen kann.«
Ista war ganz sicher nicht in Versuchung. Aber sie wusste nun, warum er verschwiegen sein musste. Genau wie man durch ein Pferd zum Reiter wurde, so wurde man zu einem Zauberer, indem man einen Dämon aufnahm. Aber man konnte leichter ein guter Reiter als ein guter Zauberer werden, denn wie ein Pferd konnte auch ein Dämon mit seinem Meister durchgehen, ein Zauberer aber konnte sich nicht von seinem Dämon lösen. Und das machte einen Dämon zu einer Gefahr für die Seele und zu einer Angelegenheit für die Kirche.
Caria wollte wieder das Wort ergreifen, doch die Gruppe war nun an die Stelle gelangt, wo der Pfad zur Burg von der Hauptstraße abzweigte. Dy Ferrej lenkte sein Pferd zur Seite. Was immer die Witwe aus Palma noch hatte sagen wollen, sie beschränkte sich auf ein fröhliches Winken zum Abschied, während dy Ferrej Ista entschlossen von den Pilgern fortlenkte.
Als sie die Böschung hinunter und unter die Bäume ritten, blickte er noch einmal über die Schultern. »Was für ein ungehobeltes Weib. Ich möchte wetten, dass sie nicht einen frommen Gedanken hat! Sie missbraucht diese Pilgerfahrt doch nur, um sich ein paar freie Tage zu machen, ohne dass ihre Verwandten etwas dagegen einwenden können. Und um sich billig ein paar bewaffnete Begleiter für die Reise zu verschaffen.«
