Lächelnd übergaben sie ihre Zügel den Pferdeknechten und begrüßten Ista mit einer höfischen Verbeugung. »Eure Majestät«, meinte der größere der beiden. »Es ist uns eine Freude, Euch wiederzusehen.« Damit sie nicht weiter ihr Gedächtnis quälen musste, fügte er hinzu: »Ich bin Ferda dy Gura, und dies ist mein Bruder Foix.«

»O ja! Ihr seid die beiden jungen Männer, die Kanzler dy Cazaril vor drei Jahren während seiner berühmten Gesandtschaft nach Ibra begleitet haben. Ich bin Euch bei Bergons Amtseinführung begegnet. Der Kanzler und Prinz Bergon haben überaus wohlwollend von Euch gesprochen.«

»Wie liebenswürdig von ihnen«, murmelte der stämmige Foix.

»Wir haben die große Ehre, Euch zu Diensten zu sein, Herrin.« Der ältere dy Gura nahm vor ihr Haltung an und verkündete: »Kanzler dy Cazaril befiehlt uns mit den besten Wünschen an Eure Seite, damit wir Euch auf Eurer Reise begleiten, Majestät. Er würde sich freuen, würdet Ihr uns als Eure rechte Hand betrachten … als Eure rechten Hände.« Ferda stockte und setzte von Neuem an: »Oder als Eure rechte und linke Hand, sollte man wohl besser sagen.«

Sein Bruder zog spöttisch die Brauen hoch und sagte halblaut: »Fragt sich nur, wer welche Hand ist …«

Dy Ferrejs zufriedene Miene wich einem Ausdruck des Erstaunens. »Der Kanzler billigt diese … dieses gewagte Unternehmen?«

Ista fragte sich, welcher weniger schmeichelhafte Wort er heruntergeschluckt hatte.

Ferda und Foix blickten einander an. Foix zuckte die Schultern und wühlte in seiner Satteltasche. »Lord dy Cazaril überreichte mir dieses Schreiben für Euch, Majestät.« Mit schwungvoller Geste händigte er Ista ein gefaltetes Papier aus, das sowohl mit dem großen roten Kanzleisiegel wie auch mit Cazarils persönlichem Zeichen versehen war — einer Krähe, die auf den Buchstaben CAZ hockte und in blaues Siegelwachs eingedrückt war.



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