
»Eine andere Aufgabe?«, fragte dy Ferrej.
»Marschall dy Palliar hat uns einen edlen Roknari-Hengst anvertraut, eine Kriegsbeute vom letzten Herbst. Wir sollen ihn zum Gestüt unseres Ordens in Palma bringen, wo er die Stuten decken soll.« Ferdas Gesicht strahlte vor Begeisterung. »Oh, ich wollte, Ihr hättet das Tier gesehen, Majestät! Es schwebt förmlich über dem Boden! Sein Fell glänzt wie Silber! Seine Hufe klingen wie Zimbeln, wenn sie auf den Boden treffen! Sein Schweif weht wie ein Banner hinter ihm her, seine Mähne wie das Haar einer Jungfrau! Es ist ein Wunder der Natur …«
Sein Bruder räusperte sich.
»Ah … jedenfalls«, schloss Ferda, »ist es ein ausgezeichnetes Pferd.«
Dy Ferrej hielt das Schreiben des Kanzlers noch in der Hand und blickte ein wenig abwesend drein. »Nun«, sagte er. »Ich nehme an, wir können uns an Euren Bruder wenden, den Herzog dy Baocia in Taryoon. Er kann eine Einheit seiner Reiterei abkommandieren, um Eure Truppe zu verstärken. Und er kann Damen aus seinem Hause schicken, die in angemessener Weise für Euch sorgen. Eure brave Schwägerin vielleicht; womöglich ist eine Eurer Nichten im geeigneten Alter … jedenfalls Damen von seinem Hof und Eure eigenen Zofen, und die erforderlichen Dienstmägde und Reitknechte. Und wir müssen eine Nachricht an den Tempel schicken, damit er Euch einen geeigneten geistlichen Beistand stellt.« Er stockte kurz. »Nein, ich habe eine bessere Idee. Wir sollten eine Botschaft an Erzprälat Mendenal in Cardegoss aufsetzen. Er soll Euch einen geistlichen Gelehrten von hohem Rang empfehlen!«
»Das würde ja zehn Tage dauern«, meinte Ista aufgebracht. Mindestens. Ihr Entzücken über dy Ferrejs erzwungenen Meinungsumschwung verwandelte sich in Bestürzung.
