
Eine leichte Röte zeigte sich auf Foix’ breitem Gesicht, und verlegen schaute er zu Boden. Liss musterte ihn ein wenig zweifelnd, doch ob sie ihn sich mit einem Schwert oder mit der Schreibfeder in der Hand vorzustellen versuchte, vermochte Ista nicht zu sagen.
Unweigerlich brachte Lady dy Hueltar wieder einmal zum Ausdruck, wie sehr sie es missbilligte, dass Königin Iselle selbst in den Norden gereist war, um ihrem Gemahl und den aufregenden Ereignissen nahe zu sein. Daran änderte auch die Tatsache nichts, dass Iselle im Anschluss daran eine gesunde Tochter zur Welt gebracht hatte — vielleicht war es ja gerade deshalb eine Tochter geworden!
»Ich kann mir kaum vorstellen«, merkte Ista trocken an, »dass es ein Junge geworden wäre, wäre Iselle die ganze Zeit in Cardegoss und im Bett geblieben.«
Lady dy Hueltar murmelte undeutlich etwas vor sich hin. Ista erinnerte sich an die bissigen Bemerkungen ihrer eigenen Mutter, als sie vor vielen Jahren Iselle geboren hatte, eine Tochter König Ias’. Als ob sie irgendetwas hätte tun können, dass es anders gekommen wäre. Und als ob es irgendetwas gebracht hätte, dass sie dann auch noch einen Sohn zur Welt brachte … Sie runzelte die Stirn bei der Erinnerung an diesen alten Schmerz. Als sie aufschaute, fing sie dy Cabons Blick auf, der sie eindringlich musterte.
Der Geistliche lenkte das Gespräch rasch auf unverfänglichere Themen. Dy Ferrej genoss es, die eine oder andere alte Geschichte vor einem neuen Publikum wieder hervorkramen zu können, und Ista neidete es ihm nicht. Dy Cabon erzählte einen anzüglichen Witz, der jedoch harmloser war als so manches, was Ista am Tisch des Königs zu hören bekommen hatte. Das Kuriermädchen lachte laut auf, worauf Lady dy Hueltar ihr einen tadelnden Blick zuwarf. Liss legte sich erschrocken die Hand auf den Mund.
