»Gut«, befand Ista. »Die Gastfreundschaft der Tochter in den beiden ersten Nächten, und danach die des Bastards.« Dann war sie schon mal drei Tagesritte weit weg von Valenda. Ein guter Anfang.

Dy Cabon wirkte erleichtert. »Ausgezeichnet, Majestät.«

Foix brütete immer noch über den Karten. Er hatte eine weitere vor sich ausgebreitet, die ganz Chalion im Überblick zeigte und naturgemäß weit weniger detailliert war als diejenige, die dy Cabon benutzt hatte. Er folgte mit dem Finger dem Weg von Cardegoss nordwärts nach Gotorget. Diese Festung schützte das eine Ende einer Kette unzugänglicher, wenn auch nicht sonderlich hoher Berge, die entlang der Grenze zwischen Chalion und dem roknarischen Fürstentum von Borasnen verliefen. Foix runzelte die Stirn. Ista fragte sich, was für schmerzhafte Erinnerungen der Name dieser Festung in ihm wachrief.

»Diese Gegend wollt Ihr sicherlich meiden«, meinte dy Ferrej, der beobachtet hatte, wie Foix’ Hand auf Gotorget verweilte.

»Allerdings, Herr. Ich würde sagen, wir sollten uns vom gesamten mittleren Bereich der Nordgrenze Chalions fernhalten. Nach dem Feldzug letztes Jahr gibt es immer noch Unruhen in dieser Region. Königin Iselle und Prinz Bergon sammeln bereits Truppen für den nächsten Vorstoß im Herbst.«

Dy Ferrej hob interessiert die Brauen. »Planen sie bereits einen Angriff auf Visping?«

Foix zuckte mit den Schultern und ließ den Finger nordwärts gleiten, bis er die Küste und die bezeichnete Hafenstadt erreichte. »Ich bezweifle, dass man Visping überhaupt mit nur einem Feldzug einnehmen kann, aber wenn es gelänge — umso besser. Die fünf Fürstentümer in zwei Hälften teilen, einen Hafen für Chalion gewinnen, in den sich die Flotte von Ibra zurückziehen könnte …«

Dy Cabon beugte sich über den Tisch, bis die Kante sich tief in seinen Bauch drückte, und schaute ebenfalls auf die andere Karte. »Das Fürstentum Jokona, dort im Westen, wäre das nächste Ziel, wenn Borasnen fällt. Oder werden wir in Richtung Brajar vorstoßen? Oder in beide Richtungen zugleich?«



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