Kurz darauf ging die Gesellschaft auseinander. Doch die Planungen und Diskussionen über die Reise und die Beschwerden von Istas Hofdamen hielten an.

Du kannst deine Probleme nicht lösen, indem du vor ihnen davonläufst, hieß es. Aber das traf nicht immer zu, wie Ista wusste. Manche Probleme konnte man nur lösen, indem man sich nicht darauf einließ. Und als die klagenden Damen endlich die Kerzen löschten und Ista zur Nacht allein ließen, kehrte ihr Lächeln zurück.

3

Am frühen Morgen ging Ista gemeinsam mit Liss ihre Garderobe durch und suchte Kleidungsstücke heraus, die für die Reise geeignet waren und nicht nur für eine Königin. In Istas Schränken und Truhen fand sich manches, das alt und prächtig war, doch nur wenig schlichte Kleidung. Jedes aufwendige Kleid, bei dem Liss zweifelnd die Nase rümpfte, wurde sogleich aussortiert. Auf diese Weise bekam Ista eine Reisegarderobe zusammen, die aus einer Gamaschenhose, einem geteilten Rock, einem Untergewand und einem Überkleid bestand, wobei Letzteres keine Spur vom Grün der Mutter zeigte. Schließlich plünderten sie rücksichtslos die Garderobe von Istas Hofdamen und Mädchen, was bei letzteren für einige Aufregung sorgte. So bekamen sie endlich einen ansehnlichen Stapel an Kleidungsstücken zusammen — praktisch, schlicht, leicht zu waschen und — was das Wichtigste war — nicht zu viel.

Liss war sichtlich erleichtert, als Ista sie endlich zu den Ställen schickte, um das am besten geeignete Reitpferd sowie ein Maultier für das Gepäck herauszusuchen. Dank Istas Zielstrebigkeit waren beide Frauen zur Mittagsstunde für die Reise gekleidet, die Pferde standen gesattelt bereit, und das Gepäck war sicher verstaut. Beide warteten reisefertig auf dem gepflasterten Burghof, als die Brüder dy Gura an der Spitze von zehn Rittern des Ordens der Tochter durchs Tor ritten; dy Cabon folgte ihnen auf seinem weißen Maultier.



45 из 546