Das Geräusch von Schritten ließ ihn sich umdrehen.

»Nun, Humphrey! Was soll diese Hast?«

»Ich muß Euch sprechen, Sir!«

»Das könnt Ihr auch, ohne wie ein ausgebrochener Stier hier hereinzustürmen. Dies ist das Haus Gottes, Humphrey, in dem wir uns mit entsprechendem Respekt zu bewegen haben. Bleibt dort, Mann.«

»Ich gehorchte Euch aufs Wort.«

»Und kommt wieder zu Atem, guter Mann.«

Humphrey Budden lehnte sich an eine Kirchenbank und atmete schwer. Er war ein großer, breitgebauter Mann mit blühender Gesichtsfarbe, der weiter gerannt war, als es seinen Beinen und Lungen guttat; er war schweißgebadet. Miles Melhuish ging durch den Mittelgang auf den schweißglänzenden Mann zu und überlegte, welche Art von Ereignis dieses untypische Verhalten hervorgerufen hatte. Budden war in der Stadt eine respektierte Person, ein gewissenhafter Hersteller von Spitzen, der dazu beigetragen hatte, daß Nottingham in diesem Gewerbe seinen hervorragenden Platz behielt. Seit seiner Heirat im letzten Jahr war er der glücklichste Mann weit und breit, ehrlich, umgänglich, aufrecht, ein regelmäßiger Kirchgänger, der häufig großzügig spendete. Doch es war genau dieser Humphrey Budden, der jetzt keuchend Luft holte und wie ein Schwein am Spieß schwitzte.         

Der Pfarrer legte ihm tröstend einen Arm um die Schulter.

»Fürchte nichts, mein Sohn. Gott ist bei dir.«

»Ich brauche dringend seine Hilfe.«

»In welcher Sache, Humphrey?«

»Ich kann mich kaum dazu zwingen, Euch darüber zu berichten.«

»Beistand ist dir sicher.«

»Ich hab' das Geräusch noch in den Ohren.«

»Welches Geräusch?«

»Und der Anblick zermartert mir die Seele.«

»Du zitterst ja noch vor Schreck.«

»Ich kam auf schnellstem Weg hierher, Sir. Gott ist meine letzte Rettung.«             



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