
Eleanor Budden blickte mit ehrfürchtigen Augen und einem Lächeln zu dem Priester auf. Endlich war das Fieber von ihr gewichen. Beide Männer wagten es, sich ein wenig zu entspannen, doch das war entschieden zu voreilig. Ein neuer Anfall packte sie. Sie warf sich nach vorne, packte den Pfarrer um die Hüften und wühlte ihr Gesicht in sein massiges Fleisch. Dabei stieß sie Töne aus, die als leises Winseln der Erregung begannen und sich rasch steigerten bis zu einem Schrei reiner Lust. Ihre starken Hände packten seine Pobacken, weiche Brüste drängten sich gegen seine Schenkel, gierige Lippen wühlten in seinem Schoß. Das Geräusch steigerte sich bis zum Höhepunkt, endete in einem Seufzer der puren Fleischeslust und ließ ihren Körper voller Leidenschaft erzittern.
Dann brach sie bewußtlos auf dem Boden zusammen.
Miles Melhuish betete immer noch hektisch.
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Der Tod holte sich täglich seine Beute in den Straßen der Stadt und riß geliebte Menschen ins frühe Grab, doch die Bürger Londons hatten immer noch nicht genug. Stündlich überwältigte Trauer die Familien, doch immer noch gab es genug makabres Interesse, um große Menschenmengen auf den Weg nach Tyburn zu bringen, wo die Exekution stattfand. Todtraurige Menschen, die schmerzgebeugt neben den Sterbebetten gesessen hatten, fanden Entspannung, als sie sich in der Nähe des Galgens zusammendrängten. Eine öffentliche Hinrichtung war etwas wie eine Feier. In der brutalen, aber legalisierten Tötung irgendeines armseligen Kriminellen fanden sie eine merkwürdige Befriedigung und schickten ihn mit sadistischem Geheul auf seine letzte Reise. Was ihnen als brutale, eindringliche Warnung dienen sollte, wurde zu einer Quelle der Belustigung.
