Der Karren hielt ächzend neben einer breiten Grube, in der noch die Totengräber bei der Arbeit waren. Frisch aufgeworfene Erdhügel zeigten, daß andere Gruben bereits gefüllt worden waren. Die Opfer der Pest mußten tief in den Boden gebettet werden, damit die Seuche nicht durch das Erdreich nach oben dringen konnte. Der Fuhrmann und sein Helfer luden die Leichen mit dem gleichen Interesse ab, als wenn es sich um Kartoffelsäcke gehandelt hätte. Die Menschen wurden von dem Karren gezerrt und am Rand der Grube niedergeworfen, um auf ihren letzten Ruheplatz zu warten.

Nicholas Bracewell und Edmund Hoode waren weit genug entfernt, um dem schlimmsten Leichengeruch zu entgehen, doch nahe genug, um die Kreatur beobachten zu können, die aus ihrem Versteck unter einem Busch hervorkroch. Der Mann war klein, zerlumpt und struppig, nach seinem äußeren Eindruck alt, doch von der Behendigkeit eines Affen. Während der Fuhrmann und sein Helfer ihm den Rücken kehrten, fummelte die Gestalt zwischen den Leichentüchern herum, als wisse sie genau, was es dort zu holen gab. Mit einem Messer schlitzte der Kerl die Tücher auf, suchte hier, wühlte dort, bis er mit seiner unverschämten Plünderei eine umfangreiche Beute gemacht hatte. Als er sich gerade über die Leiche von Gabriel Hawkes beugen wollte, fuhr Nicholas Bracewell dazwischen.

Er sprang blitzschnell vor, jagte den Kerl zu dem Busch zurück, hinter dem er hervorgekrochen war, und sprang ihn an, um ihn zu Fall zu bringen. Sie rollten auf dem Boden herum. Ein Messer blitzte vor Nicholas' Gesicht, doch das konnte ihn nicht zurückhalten. Jahre zur See und unter rauflustigen Seeleuten hatten ihn gelehrt, wie man sich bei einem Kampf zu verhalten hatte; rasch war der Bursche entwaffnet. Gleichzeitig jagte er ihm mit einem Schlag in den Magen die Luft aus den Rippen. Hoode kam angerannt, um ihm zu helfen.



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