»Wer kümmert sich hier in London um die Geschäfte?«

»Preben van Loew.«

»Ein sehr guter Mann.«

»Er war Jacobs rechte Hand. Unter ihm wird das Geschäft blühen, da habe ich keinen Zweifel. Das läßt mich mit einem beruhigten Gefühl abreisen.«             

Lawrence Firethorn erinnerte alle an den Aufbruch.

»Wir haben einen Auftrag, meine Herren. Zur Tat!«

Noch ein letzter Wirbel aus Küssen und Umarmungen, dann befolgten die Schauspieler seinen Befehl. Nur drei Personen der Gruppe hatten ein Pferd zur Verfügung. Lawrence Firethorn saß auf einem kastanienbraunen Hengst, ausstaffiert mit einem wunderschönen roten, mit Figuren bestickten Wams aus Samt, dazu passenden Hosen und einem auffälligen, federgeschmückten Hut. Er wollte, daß die Leute ihn wahrnahmen, wenn sie ihn sahen. Barnaby Gill, ebenfalls auffällig herausgeputzt, ritt eine rotbraune Stute. Edmund Hoode auf einem Apfelschimmel trug etwas angemessenere Kleidung für jemand, der über staubige Straßen reisen mußte. Das Gepäck der Gruppe befand sich auf einem großen Karren, der von zwei gewaltigen Pferden gezogen wurde. Diesen Wagen fuhr Nicholas, auf ihm befanden sich die anderen Teilhaber und die Schauspielschüler. Der Rest der Gesellschaft bildete das Fußvolk.

Firethorn lüftete den Hut zum letzten Gruß.

»Adieu, liebliche Ladies! Wünscht uns alles Gute!«

Als sich Geschrei erhob, ritt er los und führte seine kleine Prozession durch das Haupttor hinaus. An einem Markttag wie heute war die Gracechurch Street eine wimmelnde Menschenmasse; vorsichtig mußten sie sich ihren Weg durch das Labyrinth der Marktstände und die wogende Menge suchen. Ein paar Rufe wurden laut, wenn jemand ihre Gesichter erkannte und ihre Kunst zu schätzen wußte, doch der Mehrzahl der kaufenden, verkaufenden und feilbietenden Menschen war es wichtiger, um den Preis frischer Eier zu feilschen.

Wo die Gracechurch Street in die Bishopsgate Street mündet, wurde das Gewimmel dünner, und sie konnten sich leichter bewegen. Vor ihnen lag eine der Hauptausfallstraßen der Stadt, der sie sich jetzt mit gemischten Gefühlen näherten. Firethorn hatte etwas von einer Pilgerreise gesagt, doch in Wirklichkeit konnte niemand auch nur ahnen, was jenseits dieser Mauern auf sie wartete. Der letzte Anblick der Stadt war alles andere als tröstlich.



39 из 251