
Direkt über Bishopsgate ragte eine Reihe langer Stangen in die Luft. Auf ihren Spitzen steckten die verwesenden Köpfe von Verrätern, sonnenverbrannt und von Vögeln angepickt. Einer dieser Köpfe lenkte ihre Aufmerksamkeit ganz besonders auf sich. Es war der Kopf eines Edelmannes, durch Schläge zertrümmert und ein Auge bereits von einem räuberischen Schnabel herausgerissen. George Dart, der hinter dem Karren marschierte, sah entsetzt nach oben und stupste Christopher Millfield an.
»Seht Ihr das, Sir?«
»Ein Beispiel für jeden von uns, George.«
»Wer könnte das gewesen sein?«
»Das ist Anthony Rickwood aus Sussex.«
»Ihr kennt ihn also?«
»Er wurde erst vor zwei Tagen in Tyburn hingerichtet.«
Dart bemerkte etwas, das ihm die Haare zu Berge stehen ließ. Das verbliebene Auge in dem deformierten, blutbesudelten Gesicht blickte ihn mit einer Wut an, die entsetzlich war. Es versuchte scheinbar, seinen Blick auf eine bestimmte Person zu richten.
»Master Millfield…«
»Ja, George?«
»Ich glaube, der starrt Euch an.«
*
Humphrey Budden verspürte fieberhafte Vorahnungen. Er wagte es kaum, seiner Frau von der Seite zu weichen, falls sie wieder einen Anfall bekäme. Die Nachbarn hatten sich über den Lärm aufgeregt, der aus seinem Schlafzimmer drang, und jetzt wirbelten alle Arten von Gerüchten durch die Gegend, wie Fledermäuse in einem Glockenturm. Das war schlimm für jemand in Buddens Position, deshalb hatte er sich erneut um Hilfe an Miles Melhuish gewandt. Gepeinigt von seiner eigenen zweideutigen Rolle in dieser Familientragödie, empfahl der Pfarrer tägliches Beten für Mann und Frau. Aber er hatte noch einen anderen Vorschlag für den leidenden Ehemann.
