»Hallo, mein Lieber, da müßt Ihr runtersteigen. Das Zinn ist richtig im Kurs. Aber den Pfeffer verkaufte mir der Türke gestern zu einem Drittel Eures Preises.«

Virgen staunte.»Das ist doch unmöglich! Ich habe für den Pfeffer lediglich den Einkaufspreis plus Frachtzuschlag genannt. Der Pfeffer kostet überall so viel.«

»Hoffentlich kommen noch mehr von der Sorte des Türken«, schmunzelte der Holländer. »Der Bursche schien von den Marktpreisen keine Ahnung zu haben. Auch das Zinn gab er so billig her, wie ich es noch nirgends bekommen habe.«

»Wie kommt ein Türke überhaupt in diese Gewässer?« wunderte sich Virgen. Der Holländer zuckte mit den Achseln. »Wie kamen die Türken nach Wien?« »Gute Frage, Mr. van Brincken.«

»Ehrlich gestanden, habe ich mich auch gewundert. Das Schiff hatte Kanonen wie Eures. Irgendwie dunkel schien die ganze Angelegenheit zu sein. Der Kapitän war ein dicker, fetter Kerl. Aber er troff vor Wohlwollen. Und das Schiff war nicht schlecht. Lag gut im Wind, als es wieder auslief.« »Wie hieß es?«

»Komischen Namen hatte es. »Maleika« oder so ähnlich.«

Virgen riß die Augen auf.

»Doch nicht etwa »Mapeika«?«

»Doch, doch. Ganz recht. Kennt Ihr es?«

»Yes. Und wer, sagtet Ihr, war der Kapitän?«

»Er hieß Mustapha. Ein dicker Kerl mit einem schwarzen Bart und kleinen Schweinsäuglein.« »Diablo! Waren auch Weiße an Bord?« »Habe keine gesehen.«

»Entschuldigt mich für einen Augenblick. Ich muß aufs Schiff. Sorgt dafür, daß die Fracht so schnell wie möglich entladen wird, und schickt ein paar Zimmerleute, um den Mast zu reparieren. Wir werden am Abend schon wieder in See gehen.« Er wandte sich ab und ließ den verblüfften Reeder stehen.



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