
Der Jockey warf mir einen flüchtigen Blick zu, schaute dann wieder weg und klappte seinen Kußmund entschlossen zu. Er stellte das noch halbvolle Limonadenglas auf den Tisch und griff nach einem der Regenmäntel und dem Rennsattel.
«Welches Flugzeug?«fragte er mich.»Ich möchte meine Sachen verstauen.«
Er hatte einen starken australischen Akzent, in dem jetzt eine gereizte Schärfe mitschwang. Der Blick, mit dem die
Frau ihm nachsah, hätte als Lächeln durchgehen können, wäre nicht die Kälte in ihren Augen gewesen.
«Der Gepäckraum ist abgeschlossen«, sagte ich.»Ich begleite Sie. «Zu der Frau sagte ich:»Soll ich Ihren Mantel mitnehmen?«
«Ja, danke. «Sie zeigte auf den Mantel, der offensichtlich ihr gehörte, ein leuchtend rostfarbenes Ding mit Kupferknöpfen. Ich nahm ihn mitsamt ihrem profihaften Fernglas vom Stuhl und folgte dem Jockey ins Freie.
Nachdem er etwa zehn Schritte in stiller Wut zurückgelegt hatte, platzte er heraus:»Es ist so verdammt einfach, dem Mann auf dem Pferd die Schuld zu geben.«
«Der Pilot ist immer schuld«, sagte ich milde.»Hart, aber ungerecht.«
«Wie?«sagte er.»O ja. Wie recht Sie haben. So ist es.«
Wir kamen an das Ende des Wegs und gingen quer über den Rasen. Der Jockey verströmte noch immer heiße Wut. Ging mich nichts an.
«Nur der Vollständigkeit halber«, sagte ich,»wie heißen meine anderen Passagiere eigentlich? Außer dem Major, meine ich.«
Er drehte sich überrascht zu mir um.»Sie kennen unsere Annie nicht? Annie Villars? Sieht aus wie die nette, alte Oma von nebenan und hat eine Zunge, mit der man einem Känguruh die Haut abziehen könnte. Jeder kennt die kleine Annie. «Er klang verdrossen und ernüchtert.
«Ich verstehe nicht viel vom Pferderennen«, sagte ich.
