«Ziemlich übel verschätzt, wie?«sagte der Trainer aggressiv.

IO

«Er ist einen Schritt zu früh abgesprungen.«

«Ihr Job, ihn richtig ranzuführen.«

Zwecklos, darauf hinzuweisen, daß kein Jockey auf der Welt jedes Pferd jederzeit perfekt springen lassen kann, und ein schlecht geschultes, das bockt, schon gar nicht. Ich nickte nur und lächelte den Besitzer leicht bekümmert an.

«Man könnte es mit Scheuklappen versuchen«, sagte ich.

«Darüber habe ich zu entscheiden«, sagte der Trainer scharf.

«Sie sind doch nicht verletzt?«fragte der Besitzer besorgt. Ich schüttelte den Kopf. Der Trainer würgte diese menschliche, Jockey-bezogene Erkundigung ab und schleuste seine Geldquelle aus der Gefahrenzone hinaus, ehe ich irgend etwas Wahres darüber sagen konnte, warum das Pferd nicht sprang, wenn es dazu aufgefordert wurde. Ich sah ihnen ohne Bitterkeit nach und wandte mich dann zur Tür des Waageraumes.

«Äh, sind Sie nicht Philip Nore?«sagte ein junger Mann und versperrte mir den Weg.

«Bin ich.«

«Tja… könnte ich Sie einen Moment sprechen?«

Er war ungefähr fünfundzwanzig, langbeinig wie ein Storch, ein aufrechter Mensch mit büroblassem Teint. Grauer Flanellanzug, gestreifte Krawatte, kein Fernglas und an diesem Ort hier, wo Unbefugte keinen Zutritt hatten, völlig fehl am Platze.

«Klar«, sagte ich.»Wenn Sie warten wollen, bis der Arzt mich durchgecheckt hat und ich mir was Trockenes angezogen habe.«

«Arzt?«Er schien erschrocken.

«Ach. Routine. Nach einem Sturz. Dauert nicht lang.«

Als ich aufgewärmt und in Straßenkleidung wieder herauskam, stand er immer noch da, und er war mehr oder weniger allein auf der Veranda, weil fast jeder sich das letzte Rennen ansah, das bereits im Gange war.

«Ich… ähm… Mein Name ist Jeremy Folk. «Er zog eine Visitenkarte aus seinem grauen Jackett und hielt sie mir unter die Nase. Ich nahm sie und las: Folk, Langley, Sohn und Folk.



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