So war um 18 Uhr 40, nach den ersten zehn Minuten der halbstündigen Nachrichtensendung, für die Leute am Hufeisen und die im Redaktionssaal, im Studio und im Kontrollraum die einzig wichtige Frage: »Werden wir von DFW einen Bildbericht bekommen oder nicht?«

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Für die fünf Journalisten im Flughafen von Dallas-Fort Worth hatte die Serie der Ereignisse schon einige Stunden früher begonnen und gegen 17 Uhr 10 zentraler Sommerzeit einen ersten Höhepunkt erreicht.

Die fünf waren Harry Partridge, Rita Abrams, Minh Van Canh, Ken O'Hara, der Tontechniker des Teams, und Graham Broderick, ein Auslandskorrespondent der New York Times. Sie hatten an diesem Morgen noch vor Sonnenaufgang El Salvador verlassen, waren nach Mexico City geflogen und von dort schließlich, nach einer Verspätung und einem Flugzeugwechsel, nach Dallas weitergereist. Nun warteten sie auf ihre Anschlußflüge, allerdings mit unterschiedlichen Zielen.

Alle waren sie müde und erschöpft, nicht nur von der langen Reise, sondern von zwei strapaziösen und gefährlichen Monaten, in denen sie über schmutzige Kriege in wenig erfreulichen Teilen Lateinamerikas zu berichten hatten.

Die Wartezeit verbrachten sie in einer Bar im Terminal 2E, eine der vierundzwanzig immer voll besetzten Bars des Flughafens. Die Einrichtung strahlte eine gewisse gestylte Nüchternheit aus. Eine Gartenmauerimitation mit Pflanzenkästen diente als Trennwand, die mit hellblauem Karostoff bespannte Deckenverkleidung wurde von versteckten Lichtquellen pinkfarben beleuchtet. Der Mann von der Times meinte, die Bar erinnere ihn an ein Bordell in Mandalay, das er einmal besucht hatte.

Von ihrem Tisch am Fenster sahen sie hinaus auf das Flugfeld und das Gate 20. Von dort sollte Harry Partridge in wenigen Minuten mit einer Maschine der American Airlines nach Toronto abfliegen. Doch an diesem Abend mußte er sich in Geduld üben, eine einstündige Verspätung war eben bekanntgegeben worden.



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