Partridge, eine lange, schlaksige Gestalt, hatte einen unordentlichen, blonden Haarschopf, der ihn trotz seiner gut vierzig Jahre und der ersten grauen Strähnen noch immer sehr jungenhaft wirken ließ. Im Augenblick saß er entspannt in seinem Sessel, verspätete Flüge und auch alles andere waren ihm gleichgültig. Drei Wochen Erholungsurlaub lagen vor ihm, und den hatte er auch dringend nötig.

Rita Abrams wartete auf einen Anschlußflug nach Minneapolis - St. Paul, von wo aus sie zur Farm eines Freundes in Minnesota weiterfahren wollte, um dort ein paar freie Tage zu verbringen. Sie hatte auch ein Wochenendrendezvous mit einem verheirateten CBA-Manager eingeplant, doch das behielt sie für sich. Minh Van Canh und Ken O'Hara wollten nach New York. Graham Broderick ebenfalls.

Partridge, Rita und Minh arbeiteten häufig zusammen. O'Hara hatte sie als Tontechniker auf dieser Reise zum ersten Mal begleitet. Er war jung, blaß, bleistiftdünn und verbrachte fast seine ganze Freizeit mit der Nase in Elektronikmagazinen; auch jetzt hatte er eins aufgeschlagen.

Broderick war das fünfte Rad am Wagen, obwohl er und die Fernsehleute oft zusammenarbeiteten und sich im allgemeinen gut verstanden. Doch im Augenblick suchte der Mann von der Times, eine rundliche, würdevolle und leicht pompöse Erscheinung, Streit.

Drei aus der Gruppe hatten bereits einige Gläser zuviel. Die Ausnahmen waren Van Canh, der nur Mineralwasser trank, und der Tontechniker, der sich noch immer an seinem ersten Glas Bier festhielt und alle weiteren Einladungen ablehnte.

»Hör zu, du reicher Stinker«, sagte Broderick zu Partridge, der seine Brieftasche aus der Jacke gezogen hatte. »Wenn ich sage, ich zahl' für die Runde, dann tu' ich's auch.« Er legte zwei Scheine, einen Zwanziger und einen Fünfer, auf das Tablett, mit dem der Kellner die drei doppelten Scotch und das Mineralwasser gebracht hatte. »Nur weil du doppelt soviel wie ich für die halbe Arbeit einsteckst, mußt du nicht gleich den Wohltäter für 'n Zeitungsfritzen spielen.«



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