
Die Löschzüge, die von einem Lieutenant in einer gelben Limousine dirigiert wurden, postierten sich nun in Abständen am Rand der Landebahn. Von allen umliegenden Gemeinden zusammengerufene Krankenwagen strömten auf das Flughafengelände und bezogen etwas abseits der Landebahn Stellung.
Partridge war als erster aus dem Auto gesprungen, er stand jetzt daneben und machte sich Notizen. Broderick, der es nicht ganz so eilig hatte, folgte ihm. Minh Van Canh war auf das Dach des Kombis geklettert und suchte, die schußbereite Kamera auf der Schulter, den Himmel ab. Hinter ihm stand Ken O'Hara mit seinem Aufnahmegerät, Drähte hinter sich herziehend.
Und plötzlich tauchte das havarierte Flugzeug in etwa fünf Meilen Entfernung am Horizont auf, dichter, schwarzer Rauch quoll aus seinem Heck. Minh hob die Kamera, richtete sie aus und drückte sich den Sucher fest ans Auge.
Er war eine kräftige, stämmige Gestalt, nur etwas über einsfünfzig groß, aber mit breiten Schultern und langen, muskulösen Armen. Aus seinem kantigen, dunklen, pockennarbigen Gesicht sahen große, braune Augen mit Gleichmut auf die Welt, sie verrieten nichts von dem, was hinter ihnen liegen mochte. Leute, die Minh nahestanden, behaupteten, es habe lange gedauert, bis sie ihn näher kennenlernten.
Aber in einigen Dingen herrschte Übereinstimmung, nämlich daß er fleißig, verläßlich und ehrlich war und einer der besten Kameramänner im Gewerbe. Seine Filme waren mehr als gut; sie erregten immer große Aufmerksamkeit und waren häufig von hohem künstlerischen Wert. Seine Arbeit für CBA hatte er in Vietnam begonnen - als Einheimischer, der sein Handwerk von einem amerikanischen Kameramann lernte, für den er die Ausrüstung durch den heiß umkämpften Dschungel schleppte. Als sein Lehrer auf eine Mine trat und von ihr getötet wurde, trug Minh die Leiche ins Lager und kehrte dann mit der Kamera in den Dschungel zurück, um weiterzufilmen. Keiner bei CBA konnte sich daran erinnern, ihn je offiziell eingestellt zu haben. Sein Engagement wurde einfach zu einem fait accompli.
