Dieses Wissen um die Bandbreite der möglichen Ingredienzen und um die Themen, die das normale Publikum interessierten, war es seiner Meinung nach, was sein Urteilsvermögen in bezug auf Nachrichten dem Crawford Sloanes überlegen machte, der zu oft in elitären Begriffen dachte.

Insen hatte seine eigene Philosophie hinsichtlich der Millionen, die jeden Abend die National Evening News sahen. Was die meisten Leute wollten, so glaubte er, waren Antworten auf drei grundlegende Fragen: Ist die Welt sicher? Ist mein Zuhause und meine Familie sicher? Ist heute etwas Interessantes passiert? Und Insen war es vor allem daran gelegen, daß die allabendlichen Nachrichten diese Antworten lieferten.

Er hatte inzwischen mehr als genug von der besserwisserischen, moralinsauren Einstellung des Chefsprechers zur Auswahl der Nachrichten, und deshalb würde es morgen auch zu einer knallharten Auseinandersetzung zwischen den beiden kommen, in der er, Insen, Sloane offen sagen wollte, was er dachte, ohne an die Konsequenzen zu denken.

Zu welchen Konsequenzen konnte es überhaupt kommen? In der Vergangenheit hatte bei einem Streit zwischen dem Nachrichtensprecher und dem Chefproduzenten einer Sendeanstalt immer der Sprecher gewonnen, und der Produzent mußte sich nach einer neuen Arbeit umsehen. Doch inzwischen hatte sich vieles verändert. Es herrschte ein anderes Klima in den Sendeanstalten, und es war durchaus möglich, daß jetzt einmal der Produzent blieb und der Sprecher gehen mußte. Schließlich gibt es für alles ein erstes Mal.

Mit dieser Möglichkeit im Hinterkopf hatte Insen vor einigen Tagen am Telefon ein streng vertrauliches Sondierungsgespräch mit Harry Partridge geführt.



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