Die beiden waren auch von der Herkunft verschieden.

Crawford war der Sohn einer Mittelschichtfamilie aus Cleveland, und in dieser Stadt erhielt er auch seine Fernsehausbildung. Harry Partridge absolvierte seine eigentliche Lehre als Fernsehreporter bei CBC - der Canadian Broadcasting Corporation - in Toronto, doch zuvor hatte er schon als Ansager, Nachrichtensprecher und Wettermann bei kleineren Radio- und Fernsehstationen im Westen Kanadas gearbeitet. Zur Welt gekommen war er in Alberta, in einem kleinen Dorf namens De Winton in der Nähe von Calgary, wo sein Vater eine Farm bewirtschaftete.

Sloane besaß ein Diplom der Columbia University. Partridge hatte nicht einmal die High School abgeschlossen, doch bei seiner Arbeit in der Welt der Nachrichten lernte er schnell und viel dazu.

Ihre Karrieren bei CBA verliefen lange Zeit parallel, und deshalb betrachtete man sie allgemein als Konkurrenten. Sloane selbst sah in Partridge wirklich einen Konkurrenten, ja eine Gefahr für seinen Erfolg. Er war sich aber nicht sicher, ob Partridge ähnlich dachte.

Der Konkurrenzkampf zwischen ihnen spitzte sich zu, als sie beide als Kriegsberichterstatter in Vietnam arbeiteten. Der Sender schickte sie Ende 1967 offiziell als Team dorthin, und in gewisser Weise arbeiteten sie auch so. Doch Sloane betrachtete den Krieg nur als willkommene Gelegenheit für einen Karrieresprung, denn schon damals hatte er den Moderatorensessel der National Evening News deutlich als Ziel vor Augen.

Sloane wußte sehr wohl, wie wichtig es auf dem Weg dorthin war, so oft wie möglich in den Abendnachrichten zu erscheinen. Deshalb beschloß er bald nach seiner Ankunft in Saigon, sich nie weit vom »Pentagon Ost«, dem Hauptquartier der amerikanischen Streitkräfte auf dem Luftwaffenstützpunkt Tan Son Nhut, zu entfernen, und wenn er es doch tun mußte, nie lange wegzubleiben.



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