Doch irgendwann kam unausweichlich der Augenblick, in dem das Verlangen sie beide überwältigte.

Sie hatten im Caravelle, in dem Partridge wohnte, zusammen zu Abend gegessen. Danach im Hotelgarten, einer Oase des Friedens mitten im Chaos von Saigon, hatte er die Arme nach Jessica ausgestreckt, und sie war bereitwillig zu ihm gekommen. Sie schmiegte sich eng an ihn, während sie sich küßten, und durch ihr dünnes Kleid spürte er ihre Erregung. Noch Jahre später erinnerte Partridge sich an diese kostbaren, verzauberten Augenblicke, in denen alle Probleme und Sorgen - Vietnam, die Häßlichkeit des Krieges, die unsichere Zukunft - weit weg schienen und nur noch die Gegenwart und sie beide zählten.

»Gehen wir auf mein Zimmer?« fragte er zärtlich.

Jessica nickte stumm.

Eng umschlungen standen sie im Zimmer, in das nur von der Straße ein schwacher Lichtschein hereinfiel, er zog sie behutsam aus, und sie half ihm, wo seine Hände sich ungeschickt anstellten.

»Ich liebe dich«, flüsterte sie, als er in sie eindrang.

In den langen Jahren danach konnte er sich nicht mehr erinnern, ob auch er ihr gesagt hatte, wie sehr er sie liebte, aber er wußte, daß er sie geliebt hatte und sie immer lieben würde.

Partridge war tief bewegt, als er entdeckte, daß Jessica noch Jungfrau war. Doch wurde im Lauf der Zeit ihre Liebe immer vertrauter, und sie fanden im Spiel ihrer Körper die gleiche Erfüllung wie in allen anderen Bereichen.

Zu einer anderen Zeit und an einem anderen Ort hätten sie sehr schnell geheiratet.



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