
Dazu kam Vietnam. Partridge wußte, daß er sein Leben riskierte, so oft er Saigon verließ, und daß das Glück, das ihm bis jetzt zur Seite gestanden hatte, ihn irgendwann einmal im Stich lassen könnte. Es wäre deshalb nicht fair, so überlegte er, einen anderen - in diesem Fall Jessica - mit dieser Sorge zu belasten, die Gefahr einer Enttäuschung war einfach zu groß.
Eines Morgens, nachdem sie die Nacht miteinander verbracht hatten, vertraute er Jessica ein paar dieser Überlegungen an. Er hätte sich keinen schlechteren Augenblick aussuchen können. Jessica war tief enttäuscht, denn sie sah darin nur das pubertäre Ausbruchverhalten eines Mannes, dem sie ihr Herz und ihren Körper geschenkt hatte. So erwiderte sie nur kalt, daß sie die Beziehung als beendet betrachte.
Erst viel später erkannte sie, daß sie mißverstanden hatte, was in Wirklichkeit Zuneigung und tiefe Besorgnis gewesen war. Wenige Stunden danach verließ Partridge Saigon; es war die Zeit seiner Reise nach Kambodscha, wo er einen Monat lang verschwunden blieb.
Crawford Sloane hatte Jessica einige Male in Harry Partridges Begleitung gesehen und kannte sie auch von seinen gelegentlichen Besuchen im Büro der USIS. Er fand sie bei allen Gelegenheiten äußerst attraktiv und hätte sie gern näher kennengelernt. Doch er wußte, daß sie Partridges Freundin war, und da er sich in solchen Angelegenheiten immer äußerst korrekt verhielt, bat er sie nie um eine Verabredung, wie viele andere es taten.
