Aber als Sloane von Jessica selbst erfuhr, daß »Schluß sei« mit Partridge, lud er sie sofort zum Essen ein. Sie nahm an, und die beiden trafen sich von da an häufiger. Zwei Wochen später gestand er ihr, daß er sie aus der Ferne seit langem liebe und nun, da er sie näher kenne, geradezu anbete, und fragte sie schließlich, ob sie seine Frau werden wolle.

Jessica war überrascht und bat um Bedenkzeit.

Ihre Gefühle waren im Aufruhr. Die Liebe zu Harry war leidenschaftlich gewesen. Nie hatte ein Mann sie so überwältigt wie er, sie glaubte auch nicht, daß es je wieder einem gelingen würde. Und sie wußte instinktiv, daß das, was sie mit Harry erlebt hatte, eine einzigartige Erfahrung gewesen war. Sie liebte ihn immer noch, auch das wußte sie sehr genau. Sie sehnte sich noch immer verzweifelt nach ihm; würde er jetzt zurückkommen und sie bitten, seine Frau zu werden, würde sie höchstwahrscheinlich ja sagen. Aber es war offensichtlich, daß Harry sie nicht darum bat. Er hatte sie verstoßen, und Wut und Enttäuschung nagten noch an ihr. Ein Teil ihrer selbst wollte... es ihm einfach zeigen! So!

Und da war nun Crawf. Jessica mochte Crawford Sloane... Nein! Mehr als das!... Sie empfand eine tiefe Zuneigung für ihn. Er war sanft und freundlich, liebevoll und interessant. Und Crawf war solide. Sie mußte sich eingestehen, daß er eine Stabilität besaß, die Harry, so aufregend er auch war, manchmal abging. Doch welche Liebe war für ein ganzes Leben, denn so sah Jessica die Ehe, wichtiger - die mit mehr Aufregung oder die mit mehr Stabilität? Sie wünschte sich, eine eindeutige Antwort auf diese Frage zu wissen.

Jessica hätte sich noch eine andere Frage stellen können, doch sie tat es nicht: Warum überhaupt eine Entscheidung treffen? Warum nicht warten? Sie war doch noch so jung...



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