
Er antwortete auf die übliche Weise. »Wenn nicht, bekommst du Ärger.«
Sie reagierte mit einem melodiösen Lachen. »Willkommen, wer du auch bist. Ich bin gleich bei dir.«
Er hörte das Klirren von Gläsern, das Klicken von Eis, und er wußte, daß Jessica Martinis mixte. Es war ihr allabendliches Begrüßungsritual, mit dem sie ihm half, sich von den Anstrengungen des Tages zu erholen.
»Hi, Dad!« rief Nicholas, der elfjährige Sohn der Sloanes, vom Treppenabsatz herunter. Er war groß für sein Alter und sehr schmal. Seine intelligenten Augen strahlten, als er auf seinen Vater zulief und ihn umarmte.
Sloane erwiderte die Umarmung und strich dem Jungen über die braunen Locken. Es war die Art von Begrüßung, die er gern hatte, und er mußte Jessica dafür dankbar sein. Schon kurz nach Nickys Geburt hatte sie ihm beigebracht, daß man Zuneigung mit Berührungen ausdrücken sollte.
Am Beginn ihrer Ehe war es für Sloane nicht einfach gewesen, seine Gefühle offen zu zeigen. Er hielt sich in dieser Hinsicht immer sehr zurück, ließ gewisse Dinge ungesagt, die der Partner dann nur vermuten konnte. Es war ein Teil seiner ihm eigenen Reserviertheit, doch Jessica wollte nichts davon wissen. Sie tat alles, um das zu überwinden, und hatte, zuerst für sich, dann für Nicky, auch Erfolg.
Sloane wußte noch, wie sie ihm gleich zu Beginn gesagt hatte: »Wenn man verheiratet ist, Darling, dann fallen die Schranken. Deshalb haben wir ja >den Bund geschlossen< erinnerst du dich noch an die Worte? Also werden wir uns für den Rest unseres Lebens immer genau sagen, was wir fühlen - und es manchmal auch zeigen.«
Der letzte Teil des Satzes war auf ihr Sexualleben bezogen, das für Sloane auch noch lange nach ihrer Hochzeit Überraschungen und Abenteuer bereithielt. Jessica besaß einige der unverblümten, illustrierten Sexhandbücher, die es im Osten im Überfluß gab, und sie liebte es, zu experimentieren und neue Stellungen auszuprobieren. Hatte er beim ersten Mal noch leicht schockiert und zurückhaltend reagiert, so überwand er doch bald seine Scheu und genoß es schließlich auch, obwohl immer Jessica die Führung übernahm.
