
Hauptsächlich dachte ich ebenso zornig wie zerknirscht an die Szene in Durridges Büro, und Sir Vivians Worte gingen mir immer wieder im Kopf herum, ohne dabei schmackhafter zu werden.
Die schwere Limousine glitt vorbei an Regency-Häusern und Andenkenläden, an alter Pracht und neuem Kommerz, und hielt schließlich auf der Seeseite vor dem Haupteingang eines großen Hotels altfranzösischer Bauart, auf dessen schmiedeeisernen Balkons bunte Badetücher zum Trocknen hingen.
Sogleich erschienen Gepäckträger. Der Chauffeur kam um den Wagen herum und öffnete mir feierlich den Schlag, worauf ich ausstieg und frische Meeresluft mir um die Nase wehte: Möwen schrien, Stimmen riefen vom Ebbstrand her, und der Salzgeruch hob unvermittelt meine Stimmung wie in den Sandburgen-Ferien meiner Kindheit.
Der Chauffeur deutete eine Verbeugung an, wies auf den Eingang des Hotels, setzte sich, ohne etwas erklärt zu haben, wieder hinters Steuer, fädelte sich bei der ersten Gelegenheit in den Verkehr ein und fuhr zügig davon.
»Gepäck, Sir?« fragte einer der Dienstleute. Er war kaum älter als ich.
Ich schüttelte den Kopf. Mein Gepäck, auf die Morgenarbeit mit Durridges erstem Lot zugeschnitten, trug ich am Leib: Reithose, Stiefeletten, kurzärmeliges Sporthemd und eine leichte, gemusterte Jacke mit (offenem) Reißverschluß. Meine glänzend blaue Sturzkappe hielt ich am Kinnriemen in der Hand. Ich gab mir einen Ruck und betrat in diesem unpassenden Aufzug das Grandhotel, aber ich hätte unbesorgt sein können: Die einst auf Form bedachte Halle summte wie ein Bienenstock von Leuten in abgeschnittenen Jeans, Strandsandalen und sloganbefrachteten T-Shirts. Die Frau am Empfang betrachtete meine Reitkleidung gelassen und ohne Neugier, steckte mich aber eindeutig in eine Schublade und beantwortete meine etwas heiser vorgebrachte Frage.
»Mr. George Juliard?« wiederholte sie. »Wen darf ich ihm melden?«
»Seinen Sohn.«
